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Eine Optionsstrategie für Einsteiger

Der Bull-Put Spread

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Der Stillhalter erklärt die Funktionsweise

Gerade für Anfänger im Optionshandel ist es schwierig, eine passende Strategie zu finden. Wer bereits ein wenig mit Optionen vertraut ist, weiß: Es gibt unzählige Kombinationen und somit auch eine Menge anwendbarer Strategien.

 

In den bisherigen Artikeln zum Optionshandel haben wir bereits gelernt, dass man Optionen auf Aktien und auf Futures handeln kann. Mein heutiger Gastautor Michael, auch bekannt unter dem Namen Der Stillhalter (mehr über ihn am Ende des Artikels), erklärt in diesem Artikel eine mögliche Einstiegsstrategie.

 

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Welche Strategie ist für Anfänger geeignet?

Wer mit dem Optionshandel starten möchte, dem empfehle ich, mit Aktienoptionen zu beginnen. Das hat zwei Gründe:

  • Der Aufbau von Futures ist „komplizierter“ als der von Aktien. Gerade wenn man mit dem Optionshandel startet, ist es nicht empfehlenswert, gleichzeitig den Aufbau und die Funktionsweise von Futures zu lernen. Lieber auf eine Sache konzentrieren und später die nächste dazulernen.

 

  • Man braucht mehr Margin für den Handel mit Future-Optionen. Der Wert eines Futures ist in der Regel um ein Vielfaches höher als der von Aktien. Dazu ein kurzes Beispiel: Der Öl- Future steht im Moment bei 61 Punkten, in Dollar ausgedrückt hat er einen Wert von 61.000$!! Auch wenn man auf Futures hervorragend Optionen handeln kann, ist es nicht ratsam, sich als „Fahranfänger“ in einen „Rennwagen“ zu setzen. Auch kann die Margin zum Problem werden - gerade bei Anfängern, die mit kleinen Konten starten. 

 

Ich habe nun schon viele Optionsneulinge bei ihrem Start in den Handel unterstützt. Sei es durch den Cashflow-Kurs oder durch das Gratis-Coaching, das wir geben, und ich habe immer eine Strategie vorgestellt. Und zwar den simplen Bull-Put Spread.

 

 

Was ist ein Spread?

Ein Spread ist eine Strategie, bei der man eine Option verkauft und gleichzeitig eine Option kauft. Dadurch reduziert sich zwar die Prämie, und die Gebühren erhöhen sich, doch es schützt einen vor größeren Verlusten. Jens Rabe erklärt den Spread in diesem Video:

 

Zusätzliche Infos über Spreads und weitere Strategien wie den sogenannten Iron Condor, Strangle, Straddle usw. findest du im Buch* von Jens.

 

 

Was ist ein Bull-Put Spread?

Ein Bull-Put Spread ist nichts anderes als ein Short Put mit einer Absicherung. Wo wir bei einem Short Put theoretisch ein sehr hohes Verlustrisiko haben, so ist unser maximaler Verlust beim Bull-Put Spread durch die Absicherung klar definiert.

 

Als Beispiel sehen wir einen Bull-Put Spread auf Apple. Der Short Put (VERkaufte Optionen) hat einen Strike von 165 USD, der Long Put (GEkaufte Optionen) von 155 USD. Wir würden mit dieser Position 53 USD an Prämie einnehmen - bei einer Laufzeit von 35 Tagen.

 

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Beispiel für einen Bull-Put Spread auf Apple

Wann lässt sich diese Strategie anwenden?

Grundsätzlich kann man diese Strategie in nahezu jeder Marktphase anwenden. Besonders gut funktioniert sie in einem Bullenmarkt, wie auch in einem Seitwärtsmarkt. In einem Bärenmarkt ist die Anwendung nicht empfehlenswert. Allerdings kann man diese Strategie problemlos umkehren und im Bärenmarkt Bear-Call Spreads handeln.

 

 

Was sind die Vorteile der Bull-Put Spread Strategie?

An erster Stelle steht ganz klar das begrenzte Risiko beim Bull-Put Spread. Egal was am Markt passiert, mein maximaler Verlust ist begrenzt. Ein weiterer Vorteil von Spreads ist, dass sie auch „geduldiger“ sind. Läuft eine Position gegen uns, so verliert man zwar mit dem Short Put, doch gleichzeitig gewinnt der Long Put. So wird unser Maximalverlust nicht so schnell erreicht wie bei einem reinen Short Put.

 

Gerade für Anfänger ist es auch eine emotionale Absicherung. Man muss sich nicht ständig das schlimmste Szenario ausmalen. In unserem Fall würden wir maximal 947 USD verlieren, was natürlich eine Menge Geld ist, und wir würden es auch nie so weit kommen lassen - doch mehr kann uns eben nicht passieren.

 

Dass hohe Verluste auftreten, verhindern wir durch unser striktes Regelwerk. Läuft eine Position 200% gegen uns, so schließen wir die Position und adjustieren, sofern die Tradeidee noch stimmt und das Marktumfeld es zulässt (Aktienmarkt ist stabil).

 

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Adjustieren heißt nichts anderes als die alte Position zu schließen und eine neue Position mit einer längeren Laufzeit und einem tieferen Strikepreis wieder zu eröffnen. Durch die längere Laufzeit nehmen wir mehr Prämie ein, und der tiefere Strikepreis sorgt dafür, dass wir weiter vom aktuellen Aktienkurs wegkommen. Dadurch bringen wir die Wahrscheinlichkeit wieder auf unsere Seite.

 

Ein weiterer, für mich sehr wichtiger Punkt ist die Einfachheit der Strategie. Auch jeder Anfänger weiß schnell, wie dieser Trade arbeitet. Somit ist es auch einfacher, die Position zu adjustieren. Man muss nicht erst eine Berechnungssoftware starten, um einen Überblick über seine Positionen zu erhalten. Das soll nicht heißen, dass solche Strategien schlecht sind, doch sie sind um einiges komplexer aufgebaut als ein einfacher Bull-Put Spread.

 

Der nächste Vorteil von Bull-Put Spreads ist die Marginreduzierung. Bei Short Put Optionen ist die Margin um ein Vielfaches höher als bei einem Spread – einfach aus dem Grund, dass auch der Broker weiß, dass mein Risiko begrenzt ist. Und gerade bei kleinen Konten ist das wichtig. So ist man nämlich in der Lage, zwei Spreads auf verschiedene Aktien zu handeln, anstatt nur einen Short Put im Depot zu haben. Das dient gleichzeitig der Diversifizierung im Depot.

 

Auf diesem Bild sehen wir die Marginanforderung eines short Puts. Hier braucht man 1.923 USD an Margin, beim Bull-Put Spread hingegen nur 817 USD:

 

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Die Marginanforderung eines Short Puts

Und was sind die Nachteile?

Mit Spreads verlängert sich die Haltedauer der Positionen im Depot etwas, da nun der Zeitwertverfall des Long Puts gegen uns arbeitet. Allerdings handelt es sich hierbei um 3 bis 4 Tage, und damit kann ich sehr gut leben.

 

Der nächste Nachteil sind die etwas höheren Kosten. Für einen Spread muss man zwei Optionen handeln, was sich natürlich auf die Gebühren auswirkt.

 

Mit dieser einfachen Strategie bin ich in den Optionshandel gestartet und handle sie auch jetzt noch. Diese Strategie ist für Anfänger sowie auch für Fortgeschrittene zu empfehlen. Wenn noch Fragen unbeantwortet geblieben sind, schreibt sie einfach in die Kommentare oder per E-Mail an mich. 

 

 

Über den Gastautor

Michael (24) aus Wien ist Student der Rechtswissenschaften und Optionshändler. Durch den Optionshandel will er einen regelmäßigen Cashflow generieren.  

 

Schon bald interessierte er sich für die Börse. Zum Optionshandel ist er durch Zufall gekommen – durch eine Buchempfehlung auf Amazon 😉. Nachdem er sich mit der Materie eingehend beschäftigt hat, war er fasziniert von den Möglichkeiten, die der Optionshandel bietet, und handelt seitdem Optionen als Stillhalter.

 

Auf seinem Blog Der Stillhalter will er sein Wissen über Optionen allen Interessierten zugänglich machen. Weiterführend hat er den Cashflow-Video-Kurs erstellt, in dem er den Optionshandel und den Einstieg Schritt für Schritt an verständlichen Beispielen erklärt:

 

Regelmäßiges Einkommen mit Optionen - detaillierte Anleitung im Video-Kurs* 

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Suchst du noch ein passendes Depot für den Optionshandel?

Die freaky finance Empfehlungen: 

Die Bedingungen und Gebühren sind bei den folgenden Anbietern sehr ähnlich.

 

Captrader:

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Vincent handelt über Banx:

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Weltweit günstig Handeln

Ein dritter größerer Anbieter ist Lynx:

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Und du so?

Hast du den Optionshandel schon für dich entdeckt und ausprobiert? Welche Erfahrungen hast du gemacht? Handelst du lieber Future-Optionen oder auf Aktien? Findest du den Bull-Put Spread eine sinnvolle Einsteiger Strategie oder hast du einen anderen Vorschlag?

 

Wir freuen uns auf deine Kommentare und Fragen! 

 

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Titelbild: © PIX1861 auf Canva.com (Terms of Use; bearbeitet von V.  Willkomm)

andere Bilder: © Michael privat


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