Unterbewertete Gold-Aktie? Jetzt kaufenswert?
Der Stellenwert von Gold
Geschrieben von Henrik Heindl.
Nach Golde drängt, am Golde hängt doch alles... Eine Weisheit von Goethe, dem dieser Umstand schon vor langer Zeit bewusst war. Ein weitaus neueres Zitat, das den Wert des Goldes auf den Punkt bringt, stammt von dem Rapper Xatar, der das Edelmetall sehr zu schätzen wusste: „Schweigen ist Gold, Mann.“
Gold fasziniert Menschen seit Jahrhunderten. Investoren nutzen es als Krisenabsicherung und in vielen Kulturen gilt es bis heute als Symbol für Wohlstand. Zentralbanken halten es als Reserve. Fast wirkt es, als würden sie es horten wie Smaug aus Der Hobbit seinen legendären Goldschatz.
Die Goldbestände, die wirtschaftlich, mit einigermaßen vernünftigem Aufwand, abbaubar sind, belaufen sich auf ca. 50.000 – 57.000 Tonnen, was bei einer Fördermenge von rund 3.300 Tonnen pro Jahr darauf schließen lässt, dass die Goldproduktion sich verändern wird. Es müssen neue Vorkommen erschlossen oder neue Methoden angewendet werden, um an das begehrte Metall zu kommen.
Hinzu kommt noch die Geldmengenausweitung, die zu einem Anstieg aller Rohstoffpreise beiträgt. Sehr vereinfacht erklärt: Auf eine gleichbleibende Menge an Rohstoffen kommt eine immer größer werdende Menge an Geld.
Warum ich Goldminen interessanter finde als Gold selbst
Für einen Anleger gibt es mehrere Möglichkeiten, von einem steigenden Goldpreis zu profitieren. Die offensichtlichste Variante ist hier der Kauf von physischem Gold. Eine andere Möglichkeit ist der Kauf von Papiergold, also von Zertifikaten, die mit physisch hinterlegtem Gold besichert sind.
Welche der beiden Varianten zu bevorzugen ist, ist ein ewiger Glaubenskrieg, dem ich mich an diesem Punkt nicht widmen möchte, der Fokus liegt heute ausschließlich auf Wertschöpfung. Um die oben angefangene Metapher wieder aufzugreifen: Wir wollen, dass das Geld arbeitet und nicht wie Smaug auf dem Gold schläft.
Eine weitere Möglichkeit ist die Investition in die Aktie eines Unternehmens, das Gold abbaut. Der große Vorteil für mich ist hierbei, dass das Unternehmen hinter der Aktie, im Gegensatz zu Gold selbst, das nur herumliegt und glänzt, auch etwas tut. Es erwirtschaftet Profit, und es bezahlt Dividende.
Ein weiterer Punkt, den man hier ansprechen muss, ist, dass viele Goldminenaktien überproportional auf Veränderungen des Goldpreises reagieren. Steigt Gold, können die Gewinne der Mine deutlich stärker steigen, was sich häufig auch im Aktienkurs widerspiegelt. Bei fallenden Goldkursen natürlich in die andere Richtung. Gesagt sei an diesem Punkt noch, dass der Anstieg nicht ausschließlich vom Goldpreis abhängt, sondern auch vom Unternehmen selbst.
Gold vs. andere Rohstoffe
Außerdem hat Gold einen Vorteil gegenüber anderen Rohstoffen:
Gold ist kein reines Verbrauchsgut!
Sein Wert ist nicht primär von der wirtschaftlichen Konjunktur abhängig. Andere Rohstoffe, wie Öl oder Kupfer, sind zwar auch in gleichbleibender Menge vorhanden, was sie theoretisch betrachtet ebenfalls, bei steigender Geldmenge, numerisch teurer machen sollte, aber werden diese nicht gebraucht, verfallen sie im Preis.
Was mit dem Ölpreis passiert, wenn nicht gefahren wird und somit auch niemand tanken muss, haben wir 2020 gesehen. Viele Rohstoffpreise sind also ausschließlich vom Verbrauch abhängig.
Lundin Gold: Hohe Dividende, hohes Risiko?
Dividende, Gewinn je Aktie und Abbaukosten
Im Gegensatz zu vielen anderen Goldminen-Aktien ist diese noch nicht so hoch bewertet. Im Vergleich zu anderen Goldminen-Aktien könnte man die Aktie also, vor allem aufgrund der Dividendenrendite, die ich im nächsten Absatz thematisiere, als unterbewertet bezeichnen. Mit einer Marktkapitalisierung, laut InvestingPro, von etwa 12 Mrd. Euro handelt es sich hierbei auch nicht um ein Small Cap Unternehmen.
Man bekommt also bei einem Einstieg heute immer noch eine attraktive Dividendenrendite, die von InvestingPro in Höhe von fast 10 % angegeben wird, mit der Chance auf Wachstum bei steigendem Goldpreis. Das Unternehmen selbst hat sich als sehr ausschüttungsstark erwiesen, denn es schüttet einen Großteil seiner Gewinne an die Aktionäre aus. Für das Jahr 2026 wurde eine Dividende pro Aktie von 1,15 USD angekündigt. Zum Vergleich, diese lag 2025 noch bei 0,30 USD je Aktie.
Die Abbaukosten je Unze Gold in der Fruta del Norte-Mine des Unternehmens belaufen sich auf 987 USD. Die Break-Even-Kosten liegen mit 1.114 USD etwas höher, sind aber beim aktuellen Goldpreis auch unproblematisch. In der kurzfristigen Entwicklung erkennt man, dass diese Kosten gestiegen sind. Im Jahr 2025 betrugen sie noch 792 USD als Abbaukosten und 909 USD als Break-Even-Preis je Unze.
Betrachtet man im Vergleich dazu aber den Durchschnittspreis, für den das Unternehmen eine Unze Gold verkauft hat, der 2025 noch 3.081 USD betrug und im Q1 2026 auf 4.951 USD gestiegen ist, erkennt man, dass der Goldpreisanstieg höher ist als der Anstieg der Abbaukosten. Hier sieht man den eigentlichen Hebel auf den Goldpreis, den eine Goldminenaktie darstellen kann, denn die Marge des Unternehmens ist massiv gestiegen.
Berücksichtigen würde ich hier den Umstand, dass der Goldpreis Anfang 2025 deutlich niedriger war als am Ende des Jahres. Weil 3.081 USD der Durchschnittswert des ganzen Jahres ist, sieht der Vergleich zu Q1 2026 natürlich sehr eindrucksvoll aus.
Der Gewinn je Aktie beläuft sich im Q1 2026 auf 1,13 USD, was im Vergleich zum Gewinn je Aktie aus dem Q1 2025, in der Höhe von 0,63 USD, eine Steigerung um rund 80 % darstellt. Außerdem hat das Unternehmen eine sehr hohe Liquiditätsposition und muss damit, sollte es Investitionen tätigen wollen, keine neuen Aktien ausgeben, um an frisches Kapital zu kommen.
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An dieser Grafik lässt sich sehr gut erkennen, dass Lundin Gold kein Unternehmen mit eindrucksvoller Dividenden-Historie ist. Es handelt sich bei dem Unternehmen um eine Wette auf einen steigenden Goldpreis, der hoffentlich auch in Zukunft durch Ausschüttungen an die Investoren weitergegeben wird.
Damit du siehst, wie die Ausschüttungen mit dem Goldpreis zusammenhängen, habe ich den Preisverlauf von Gold der letzten 5 Jahre eingefügt.
Dividende, Gewinn je Aktie und Abbaukosten
Eine hohe Rendite kommt nicht ohne Risiko. Bei dieser Aktie im speziellen haben wir ein besonderes geographisches und politisches Risiko.
Denn Lundin Gold betreibt nur eine einzige Mine, und diese ist in Ecuador. Sollte dort ein Regierungswechsel stattfinden und die neue Regierung beschließen, alle Gewinne des Unternehmens einzubehalten oder es gar zu verstaatlichen, sind Aktionäre machtlos. Außerdem gibt es im Land immer wieder Proteste und Streiks, die das Unternehmen zum Stillstand zwingen könnten.
Das Unternehmen versucht natürlich, die Bevölkerung durch die Vergabe von Arbeitsplätzen an die in der Region ansässigen Arbeiter und durch die Förderung diverser karitativer Projekte für sich zu gewinnen. Was bisweilen auch gut funktioniert hat.
Mit einer einzigen Mine geht aber auch immer ein erhöhtes Risiko durch Umwelteinflüsse einher. Kommt es zu einer Überschwemmung in der Region, könnte die Mine für Monate unter Wasser stehen. Stürzt sie aufgrund eines Erdbebens ein, würde das die Produktion ebenfalls zum Erliegen bringen. Dagegen kann das Unternehmen leider nur sehr wenig ausrichten.
Ein weiterer Punkt, der beachtet werden sollte, ist, dass das Unternehmen in Kanada ansässig ist. Viele Anleger meiden kanadische Aktien, weil ihnen die Wiederbeschaffung der Quellensteuer zu viel Arbeit ist.
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Vorabreduzierung der kanadischen Quellensteuer & Canada-Special
Wenn Aktien bei herkömmlichen deutschen Brokern und Banken gehalten werden, beträgt der Quellensteuerabzug bei kanadischen Dividenden in der Regel 25 %, und nur 15 % davon sind auf die deutsche Abgeltungssteuer anrechenbar. Die Erstattung der Differenz muss bürokratisch aufwändig im Quellenstaat Kanada beantragt werden.
Bei ARMO Broker gehaltene kanadische Aktien profitieren dagegen von einer Vorabreduzierung der Quellensteuer auf 15 %, die in voller Höhe auf die deutsche Kapitalertragsteuer anrechenbar sind (analog zu US-Aktien). Der bürokratische Akt des Rückerstattungsprozesses entfällt in dem Fall, was als klarer Vorteil für bei ARMO Broker gehaltene kanadische Dividendenaktien verstanden werden kann.
Diese Informationen stellen ausdrücklich keine steuerliche Beratung dar.
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Quellensteuererstattung mit Divizend
Wenn du keine Lust hast, dich um die Rückforderung der Quellensteuer zu kümmern, sieh dir auch gerne Divizend an.
Das Ganze funktioniert in wenigen Klicks. Die Software kennt die jeweiligen Steuerverfahren der Länder und erstellt die nötigen Formulare automatisch.
Besonders für Anleger mit internationalen Dividendenwerten kann sich das lohnen. Denn nicht nur in Polen, sondern auch in Ländern wie der Schweiz oder mehreren skandinavischen Staaten bleibt häufig vermeidbar zu viel Quellensteuer beim Fiskus liegen.
💡 Und das Beste: Gebühren fallen erst an, wenn tatsächlich eine Rückerstattung beantragt wird.
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Divizend wird auch einen Vortrag über das Thema Quellensteuern bei der Online-Dividenden-Offensive halten. Teilnehmer profitieren von vergünstigten Konditionen.
Fazit: Interessant oder zu riskant?
Man kauft sich mit der Aktie in ein profitables Geschäftsmodell mit großer Ausschüttungskraft und starkem Hebel auf den Goldpreis ein.
Der Preis, den man dafür zahlt, ist das Akzeptieren des geografischen und politischen Klumpenrisikos. Es ist kein Basisinvestment zum blinden Liegenlassen, sondern eine bewusste, potenziell renditestarke Beimischung, die eine Spekulation auf einen steigenden Goldpreis darstellt. Der Umstand, dass die Spekulation mit dieser Aktie innerhalb eines Dividenden-Portfolios, das auf hohe Ausschüttungen abzielt, stattfinden kann, macht sie für mich interessant.
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Online-Dividenden-Offensive 2026
Tiefer einsteigen: Dividenden, Quellensteuer und echte Investmentpraxis
Wenn man sich – wie bei Lundin Gold oder generell bei internationalen Dividendenwerten – intensiver mit Ausschüttungen beschäftigt, merkt man schnell: Die eigentliche Rendite entsteht nicht nur durch die Aktie selbst, sondern oft auch durch Details im Hintergrund. Ein klassisches Beispiel ist genau die Quellensteuer-Problematik, die wir oben am Beispiel Kanada gesehen haben.
Leider bleiben diese Themen im Alltag vieler Anleger häufig liegen, weil sie in der Praxis einfach zu komplex oder zu zeitaufwändig wirken.
Wenn du aber an diesen Punkten tiefer einsteigen willst, dann gibt es im Oktober 2026 ein Format, das genau hier ansetzt.
Nach der überragenden Premiere im letzten Jahr und dem starken Feedback zur letzten Ausgabe gehen wir in die nächste Runde:
📅 09. – 11. Oktober 2026
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Ein Wochenende, das sich komplett um Dividendenstrategien, Cashflow und echte Praxisansätze dreht – von der Auswahl der richtigen Aktien bis hin zu den Details, die in der Theorie oft untergehen.
Du lernst von erfahrenen Investoren, wie du regelmäßige Ausschüttungen aufbaust, optimierst und langfristig stabil hältst.
Ein besonderer Fokus liegt in diesem Jahr auch auf genau den Themen aus diesem Artikel: internationale Dividenden, steuerliche Effekte und praktische Umsetzung im Depotalltag. Unterstützt wird das unter anderem durch Beiträge von Divizend, die zeigen, wie sich Quellensteuer in der Praxis effizient zurückholen lässt.
Auch Vincent und ich werden dort gemeinsam einen Vortrag halten und den kompletten Prozess von der Investmentidee bis zur konkreten Umsetzung im Depot durchgehen.
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Die Speaker:
- Luis Pazos (Nur Bares ist Wahres!; Ist der Zins die bessere Dividende? Warum es Fixed Income wieder mit klassischen Ausschüttern aufnehmen kann)
- Philip Kässinger (InvestDiversified; Cashflow mit Risikoaufschlag: Was Anleger über BDCs wissen müssen)
- Thomas Rappold (Divizend; Quellensteuer Länder-Tournee und Tenbagger-Dividendenaktien 2030)
- Frederik Keilen (Krawattenlos; Das perfekte Dividendenportfolio)
- Timo Baudzus (Finanz-YouTuber; Darum bin ich KEIN Dividendeninvestor (möchte aber einer werden!))
- Ben Offenberger (Beamteninvestor; Investieren in Dividendenaktien: Der heilige Gral oder falscher Prophet?)
- Daniel Eckert (Dividenden-Eckert, Welt-Finanzredakteur und "Alles auf Aktien" Podcast Co-Host; Dividenden-Compounder finden: Vermögen aufbauen mit Qualitätsaktien)
- Markus Jordan (extraETF; Covered Call ETFs: Hohe Ausschüttungen – aber zu welchem Preis?)
- Robert Zach (InvestingPro; Unentdecktes Alpha finden - Screening mit InvestingPro)
- Lukas Langer (Aktien.Guide Total Return statt Dividendenjagd: So findest du Aktien, die wirklich Vermögen aufbauen)
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Über den Autor
Henrik Heindl ist Dividenden-Investor und Teil der Community „Eine Stunde Freiheit“. Gemeinsam mit Vincent betreut er dort als „Dividenden-Portfolio-Experte“ ein Musterdepot und analysiert regelmäßig Dividenden-Aktien und Cashflow-Strategien.
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