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Mach deinen Keller zu Geld!

Zwei Keller, ein Dachboden und ein Haufen Zeug

freaky finance, Keller, Stühle, alter Holzstühle stapeln sich in einem Kellerraum

Vom Gerümpellager zum Cashflow-Objekt

Man liest ja in der und um die Finanzblogszene herum auch immer wieder von Minimalismus oder minimalistischen Ansätzen. Ich würde mich selber nicht sehr weit in diese Richtung einordnen. Auch wenn ich auf vieles verzichten kann, ohne dass es mich stört. Aber wenn es ums Geld verdienen geht, kann ich durchaus kreativ werden :)

 

Heute berichte ich wie sich im Laufe der Jahre ein ganzer Haufen Krempel angesammelt hat und wie ich schließlich die Kurve bekommen habe, daraus nicht nur einmalig Geld zu machen, sondern einen regelmäßigen Cashflow zu generieren.

 

 

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Ein Minimalist bin ich nicht

Minimalisten zeichnen sich wohl unter anderem dadurch aus, dass sie nicht viel Zeugs anhäufen. An der Stelle bin ich ganz weit weg von einem minimalistischen Dasein. Wenn etwas nicht gänzlich unbrauchbar (kaputt) ist, tue ich mich wahnsinnig schwer es wegzuschmeißen. Viele werden ihn kennen – den Gedanken: „Das kann ich bestimmt noch mal gebrauchen! Ich pack es erstmal in den Keller!“ Nicht selten landet sogar Zeug in meinem Keller, das andere wegschmeißen wollten. Wenn ich das mitbekomme sacke ich den Kram ein und ab damit in den Keller. Also durchaus schon etwas übertrieben.

 

  

Flohmarkt und Kleinanzeigen

Jahrelang dachte ich mir dann ich könnte mich ja mal mit dem Krempel auf den Flohmarkt stellen und was verkaufen. Das habe ich genau einmal geschafft und es war ein wirklich sehr, sehr lustiger Tag mit einem Kumpel, der ebenfalls einen Stand aufbaute. Wir hatten eine Kiste Bier dabei und den Rest kannst du dir ungefähr denken.

 

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Flohmarkt September 2013

Ich habe aber tatsächlich auch Dinge verkauft, denen man normalerweise jegliche Veräußerbarkeit gegen Geld abgesprochen hätte. Warum also nicht öfter Flohmarkt? Hatten wir uns fest vorgenommen aber dann rief der Auslandseinsatz inklusive Wochenendarbeit und der dauert bekanntlich bis heute an.

 

Da ich irgendwie weiter kommen wollte, fing ich an Sachen bei ebay-Kleinanzeigen einzustellen. Auch davon ging einiges weg. Aber es war immer noch mehr als genug da.

 

 

Die Dimensionen des Sammelsuriums

Um mal eine Vorstellung der Dimensionen zu bekommen sei erwähnt, dass sich mein Kram über den Keller meiner Tochter (in der Wohnung habe ich früher gewohnt), den Keller der Wohnung in die ich danach gezogen bin (die nun während meines Auslandseinsatzes ohne Keller untervermietet ist) und über einen Teil des Dachbodens einer Scheune, die meiner Schwester gehört verteilt waren.

  

Meine Schwester lag mir seit mindestens 10 Jahren in den Ohren, dass das doch nur noch Schrott sei und forderte immer wieder die Räumung ihres Dachbodens. Da sie den Platz gar nicht wirklich selber brauchte habe ich ihren Wunsch lange geschickt ignoriert. Aber mein Tag sollte kommen!

 

 

Vespa-Teile Verkauf an einen Kollegen

Das was speziell auf dem Dachboden lag waren alte Vespa-Gestelle und Teile für diese wunderbaren Gefährte, die von „fahrbereit“ ungefähr so weit weg waren wie der Mond von der Erde. Ein Kollege, der hobbymäßig Autos restauriert und aufmotzt verspürte urplötzlich den Wunsch, sich eine heiße Vespa zusammen zu basteln.

 

Da konnte ich mit der nötigen Grundausstattung dienen. Wir verabredeten uns während einer meine Heimataufenthalte an der Scheune und luden alles in den extra angemieteten Transporter, um das Zeug von meiner Schwester aus der Provinz zu ihm nach Hamburg zu schaffen. Weitere Teile für das Vorhaben lagen in dem Keller meiner Tochter. Auch die wurden noch abgeholt.  

 

Nachfolgend die Ausbeute vom Dachboden:

 

Zwischenbilanz

Flohmarkt, ebay-Kleinanzeigen und der Deal mit meinem Kollegen haben mich ein ganzes Stück weiter gebracht. Vor allem meine Schwester war besänftigt. Außerdem konnte sie es kaum fassen, dass mir noch jemand Geld für den „Schrott“ bezahlte. Mir wollte sie ja all die Jahre nicht glauben…

 

 

Lagerfläche als Geschäftsidee

Mit einer weiteren Idee kam noch mal ganz neuer Schwung in die Angelegenheit. Bis dato hatte ich ja eigentlich nur das Ziel nach und nach mal etwas von meinem gesammelten Gerümpel loszuwerden, und möglichst noch zu Geld zu machen.

 

Dann las ich von einem ZINSLAND-Projekt, in dem es um eine Finanzierung für ein Selfsorage-Lagerhaus ging. Beim Studium des entsprechenden Prospektes wurde mir klar, dass der Krempel in den Kellern mich davon abhält diese Kellerräume als Lagerflächen zu vermieten.

 

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Stein des Anstoßes: Ein ZINSLAND-Projekt

Hinweis: Dieses Projekt ist bereits gefundet aber bei ZINSLAND* gibt es regelmäßig neue interessante Immobilien-Crowdinvesting-Projekte

 

 

Bedarf war ja laut des Zinsland-Prospektes mehr als genug vorhanden. In größeren Städten sprießen diese Lagerhäuser in denen man Stauraum kubikmeterweise mieten kann wie Pilze aus dem Boden!

 

Natürlich habe ich sofort „Lagerräume Hamburg“ und ähnliches gegoogelt. Im Ergebnis kann man diesen teilweise für den gleichen Quadratmeterpreis wie bei Wohnraum vermieten!!! 

 

Wenigstens einen der Keller so schnell wie möglich frei zu bekommen und zu vermieten, war das nächste logische Ziel.

 

 

Kollege Zufall

Beschleunigt wurde das Vorhaben dadurch, dass ein Kollege von mir Stauraum benötigte. Sein Vertrag in Frankreich war kurz vorm Ende und er stand vor einer längeren Auszeit. Diese nutzt er inzwischen zum Reisen.

 

Sein Hab und Gut, das er nicht mit auf Reisen genommen hat, musste eingelagert werden. Wir einigten uns auf einen Tarif bei dem er gegenüber den kommerziellen Angeboten deutlich sparen würde und ich sollte statt einem Keller voller Zeug künftig Mieteinnahmen für den vormals „toten“ Raum erhalten.

 

Bei meinem nächsten Hamburg-Besuch musste nun also einer der Keller komplett leer gemacht werden. Wegschmeißen wollte ich aber immer noch nichts - also habe ich das ganze Zeug aus dem einen Keller noch zusätzlich in den anderen Keller umgelagert. Hauptsache der Kellervermietung stand nichts mehr im Weg.

 

Das böse Erwachen kam dann aber als mein Kollege realisierte, dass sein Zeug nicht in meinen Keller passen würde. Natürlich hatte ich ihm die Maße vorher gegeben und mehrfach nachgefragt, ob alles passen wird. „Locker!“ war jeweils die Antwort die mir Beruhigung verschaffte.

 

Erst als er sah wie viel Platz der Kram im Umzugswagen einnahm informierte er mich, dass das nix wird und er sich kurzerhand doch teuer bei einem professionellen Anbieter einmieten müsste, weil dort der benötigte Platz zur Verfügung steht.

 

 

Aufgeben ist keine Option!

Ich war natürlich erstmal restlos bedient. Aber nun gab es für mich kein Zurück mehr. Ich habe den Keller sofort als Stauraum bei ebay-Kleinanzeigen angeboten und hatte wenig später die ersten Rückmeldungen von Interessenten. Ich einigte mich einem, der mir ermöglichte sogar noch einen kleinen Teil des Kellers selbst zu nutzen. Denn in meinen anderen Keller passt jetzt kein weiterer Schuhkarton mehr rein ;)

 

 

Wo vorher Gerümpel rumstand wird nun also Geld verdient!

 

 

Und du so?

Wie nutzt du dein Keller- oder Dachbodenabteil? Nur der Grill und die Sonnenliege drin? Schon mal überlegt diesen Raum anderen zur Verfügung zu stellen, die ihn dringender benötigen als du?

 

Ich wette du findest schon im Freundes-, Familien- oder Kollegenkreis jemanden dem du damit helfen kannst. Das kann unentgeltlich oder im Tausch gegen etwas anderes sein. In der Nachbarschaft gibt es ziemlich sicher auch Leute deren eigener Keller aus allen Nähten platzt und die gerne in direkter Nähe einen weiteren Raum hätten.

 

Per Aushang im eigenen und den umliegenden (Mehrfamilien)Häusern oder durch Infozettel in die Briefkästen der Nachbarschaft lässt sich ganz bestimmt schon jemand finden, den du vielleicht wenigstens vom Sehen schon kennst. Das schwarze Brett beim REWE um die Ecke wäre eine weitere Idee. Der nächste Schritt wäre schließlich die Vermietung an eine komplett fremde Person. 

 

 

Hürden und Bürokratie beachten

Da die meisten von uns nicht in Taka-Tukka-Land leben gibt das dabei natürlich auch einiges zu beachten. Sollte der Keller nicht dein Eigentum sein, solltest du deinen Vermieter um eine Erlaubnis zur Untervermietung bitten.

 

Zudem empfiehlt es sich einen Vertrag über die Nutzung abzuschließen und zumindest zu versuchen einzuschätzen, ob dein Keller zur Brutstätte einer Terrorzelle werden könnte. Man weiß ja im Grunde nicht, wen man sich da reinholt!

 

Eine Ausweiskopie und ein Vertag, in dem unter anderem darauf hingewiesen wird was in dem Keller gemacht (Stichwort: Bastler und Lärm!) und gelagert werden darf (Stichwort: Gefahrenstoffe!) sind da das Mindeste.

 

Ideal ist es wenn du jemanden findest, der z. B. nur sein Segelequipment, das Paddelbot oder ein paar Umzugskartons warm und trocken lagern möchte. Also jemand, der nur ein paar Mal im Jahr in den Keller muss und somit niemanden groß stört.

 

Eine weitere Frage, die du mit dem Mieter klären musst, ist die Haftung für das was er in deinem Keller lagert. Was ist wenn etwas kaputt geht oder geklaut wird. Hier können sich schnell Versicherungsfragen auftun.

 

Wenn einem diese Dinge wichtig sind und man böse Überraschungen etwas unwahrscheinlicher machen will, sollte man schon bei der Angebotsstreuung darauf hinweisen was erwünscht bzw. möglich ist und was nicht.

 

 

Fazit

Zunächst habe ich durch den Verkauf diverser Sachen aus dem Keller mehrere Hundert Euro eingenommen und nun ist der dadurch (und durch das Umräumen) gewonnene Platz vermietet und generiert zusätzlichen Cashflow.

 

Denke nach und werde reich ;)

 

Wie immer gibt es aber einiges zu beachten und es ist völlig klar, dass das nicht mit jedem beliebigen Keller umsetzbar ist. Die Rahmenbedingungen müssen passen.

   

 

Wie sieht es mit bzw. in deinem Keller aus? Bist du auch so ein Jäger und Sammler wie ich? Versuchst du regelmäßig über Flohmärkte oder Kleinanzeigen auszumisten und ein bisschen Bares zu generieren? Siehst du bei dir Potenzial Lagerplatz anzubieten? Hast du Bedenken? Oder wohnst in einem Gebiet in dem es wahrscheinlich keine Nachfrage dafür gibt?

 

Ich freue mich auf deine Kommentare und Fragen! 

 

 

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Kommentare: 5
  • #1

    Dominik (Mittwoch, 11 Oktober 2017 13:14)

    Ein schönes Beispiel für "denke nach und werde reich" :-)
    "warm und trocken" sind zwei wichtige Schlagworte, die jedem angehenden Kellervermieter in den Ohren hallen sollten.
    Als Ergänzung der Hinweis: im Mietvertrag sollte -logisch- die Kündigungsfrist sinnvoll vereinbart werden.

  • #2

    Vincent (Mittwoch, 11 Oktober 2017 17:34)

    Hallo Dominik,
    danke für deinen Kommentar und die wichtige Ergänzung!
    Beste Grüße
    Vincent

  • #3

    Sparkojote (Mittwoch, 18 Oktober 2017 17:20)

    Hallo Vincent,

    Ich bin auch Ganz begeitert vom ausmisten! Genau das selbe habe ich vor meinem Umzug in die erste Wphnung gmeacht, ich konnte extrem viel los werden und verkaufen. Da kam schon einiges zusammen!

    Grüsse
    Thomas

  • #4

    Vincent (Mittwoch, 18 Oktober 2017 17:21)

    Sehr gut!
    Und kommt eine Vermeitung deines Kellers in Frage?

    Gruß
    Vincent

  • #5

    Sparkojote (Mittwoch, 18 Oktober 2017 17:35)

    Leider nicht, ich benutze meinen Keller um Vorräte zu langen z.B. Klopapier etc. Unser Weihnachtsbaum ist unten, unsere Koffer, Sommer/Wintner Sachen die saisonal bedingt sind.

    Hätte zwar sicher Platz in der Wohnung oben, aber ich möchte Freiraum haben ist auch sonst schon nur eine 2.5 Zimmer Wohnung :-)

    Grüsse
    Thomas