Kleine Steuerreform 2017: Wer spart?

Wer darf sich über Steuerentlastungen freuen?

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Die ungeliebte Steuererklärung

Steuern sind für viele ein leidiges Thema. Du kommst aber kaum drumrum, dich damit zu beschäftigen. Wahrscheinlich musst auch du eine Steuererklärung abgeben - oder du tust es freiwillig, weil du mit einer Erstattung rechnest. Kürzlich hat uns der Hobbyinvestor von seiner "passiven Steuererklärung" berichtet. 

 

Ich dagegen lege selbst Hand an das allgemein nicht sehr beliebte "Ungetüm" Steuererklärung. Dafür muss ich immer mal wieder etwas nachlesen oder im Internet recherchieren und mich auf den neuesten Stand bringen aber im Großen und Ganzen ist es jedes Jahr das Gleiche und am Ende bekomme ich immer eine recht große Steuerstattung. An eine Nachzahlungsaufforderung seitens meines Finanzamtes kann ich mich nicht erinnern :)

 

Erstattungen zu viel gezahlter Steuern bekommen übrigens die meisten Bürger, die eine Steuerklärung abgeben. Dazu später noch mal mehr.

 

Was bringt nun aber die Mini-Steuerreform unserer lieben Regierung? Wer spart was und wie?

 

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Auch wenn große Ankündigungen wohl noch bis zur heißen Phase des Wahlkampfes warten müssen: Schon für das Jahr 2017 können sich die Bundesbürger über einige Steuerentlastungen freuen.

 

Das Finanzministerium entlastet die Steuerzahler in diesem Jahr um schätzungsweise 2 Milliarden Euro. Insbesondere Familien können profitieren; ledige Arbeitnehmer mit gutem Verdienst zahlen hingegen drauf. Welche Änderungen gibt es konkret?

 

  

Trotz Rekordsteuereinnahmen nur minimale Entlastungen für Arbeitnehmer

Beitrag enthält Werbung - Den Steuerschätzungen zufolge kann sich Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) auch im laufenden Fiskaljahr über sprudelnde Steuereinnahmen freuen. Mit 696 Milliarden Euro wird gegenüber dem Vorjahr ein deutliches Plus erzielt.

 

Durch eine kleine Steuerreform werden zumindest Familien in diesem Jahr ein wenig entlastet. Das Kindergeld wird um zwei Euro monatlich angehoben, der Grundfreibetrag steigt um 170 Euro und der Kinderfreibetrag um 100 Euro.

Eine Durchschnittsfamilie mit zwei Kindern verfügt damit über sechs Euro mehr im Monat.

 

Wichtiger könnte allerdings die Tatsache sein, dass die sogenannte kalte Progression zumindest ein wenig korrigiert wird. Als "kalte Progression" wird das Phänomen bezeichnet, dass der Steuersatz und damit die Steuerlast ansteigt, sobald das Einkommen nur minimal steigt.

 

Der eigentlich gewünschte Zweck der Einkommenssteigerung - ein Inflationsausgleich - wird damit verfehlt. Der höhere Steuersatz gilt nämlich für das gesamte zu versteuernde Einkommen, in ungünstigen Fällen verfügen die Arbeitnehmer dann über ein geringeres Realeinkommen als vor der Lohnanpassung.

 

Der kalten Progression kann entgegengewirkt werden, indem die Grenzen für die Steuersätze zumindest an die Inflation angepasst werden. Weitaus lukrativer als die minimalen Änderungen dürfte aber die Nutzung von Steuervergünstigungen sein. Viele Arbeitnehmer sind sich nicht im Klaren darüber, welche Kosten von der Steuer abgesetzt werden können - was sich negativ auf die eigentlich üppige Steuerrückerstattung auswirken kann.

 

Durchschnittlich erhält jeder Arbeitnehmer in Deutschland, der auch eine Einkommensteuererklärung einreicht, 935 Euro zu viel entrichtete Einkommensteuern zurück.

 

Damit der Spielraum auch möglichst vollständig ausgenutzt werden kann, sollten sich Arbeitnehmer im Vorfeld umfangreich informieren. In einigen Fällen kann es durchaus sinnvoll sein, einen Steuerberater bzw. die Lohnsteuerhilfe einzuschalten; ebenso hilfreich ist entsprechende Fachliteratur.

 

Im Haufe-Verlag erscheint mit "Steuern sparen 2018 leicht gemacht" ein umfangreicher Ratgeber mit einfach zu bedienender Software, damit die besten Steuertipps einfach vermittelt und letztlich vom Arbeitnehmer auch angewendet werden können. Gleichzeitig werden Tipps dazu gegeben, wie sich Arbeitnehmer gegen falsche Steuerbescheide wehren können.

 

 

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Gutverdiener im Osten zahlen mehr

Nicht jeder Arbeitnehmer profitiert von dieser kleinen Steuerreform. Insbesondere, wer im Osten der Republik wohnt und über ein vergleichsweise hohes Einkommen verfügt, könnte 2017 sogar weniger Geld im Portmonee haben.

 

Grund dafür ist eine Anhebung der Beitragsbemessungsgrenzen zur Renten- und Arbeitslosenversicherung. Seit 2017 wird ein Bruttogehalt von 5700 Euro herangezogen; zuvor lag diese Grenze noch um 300 Euro niedriger. Auch die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung erhöhen sich, wenn die Beitragsbemessungsgrenzen überschritten werden.

 

Der neue Betrag liegt bei 4350 Euro, was einen Anstieg von immerhin 112 Euro bedeutet. Konkret heißt das also, dass eine höhere Summe die Basis zur Bemessung der Sozialversicherungsbeiträge darstellt - was keinesfalls durch die minimalen Steuerentlastungen ausgeglichen werden kann.

 

 

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Ausblick

Wirklich spannend dürften allerdings die kommenden Jahre werden. Der Beginn des Wahlkampfs lässt durchaus vermuten, dass das Thema Einkommensteuer den Weg auf die Agenda der Parteien finden wird. Vielleicht sind dann in der nächsten Wahlperiode höhere Entlastungen möglich.

 

 

 

Und du so?

Erstellst du deine Steuererklärung selber? Welche Hilfsmittel nutzt du dabei? Oder übergibst du diesen Job der Lohnsteuerhilfe oder einem Steuerberater? Wie sind deine Erfahrungen damit?

 

Sparst du etwas durch die Mini-Steuerreform oder zahlst du drauf?

 

 

Ich freue mich auf deinen Kommentar!

 

 

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Kommentare: 8
  • #1

    Tobi (Dienstag, 25 Juli 2017 18:26)

    "in ungünstigen Fällen verfügen die Arbeitnehmer dann über ein geringeres Nettoentgelt als vor der Lohnanpassung" - Ich bin wahrlich kein Steuerexperte, aber hier solltest du nochmal recherchieren, das ist ein weit geglaubter Irrglaube!

    Der durch die Progression bedingte höre Steuersatz gilt nämlich immer nur für jeden zusätzlich verdienten Euro. Dies kann zwar dazu führen, dass die prozentuale durchschnittliche Steuerbelastung des Gesamteinkommens steigt, am Ende hat man aber durch eine Lohnerhöhung immer mehr Geld auf dem Konto als ohne!

  • #2

    Vincent (Dienstag, 25 Juli 2017 18:28)

    Moin Tobi!
    Danke für den Hinweis. Das war unsauber formuliert. Ich habe das Wort Nettoentgelt gegen Realeinkommen getauscht.
    Dann sollte es passen. Siehe Wikipedia Eintrag "kalte Progression ".
    Gruß Vincent

  • #3

    Tobias (Freitag, 28 Juli 2017 23:18)

    Hi, ich verwende Einkommen https://www.steuertipps.de/steuersparerklaerung
    Insgesamt bin ich damit auch zufrieden, wobei die Software einiges auch nicht kann (Aufteilung eines Kontos bei KAP auf zwei Personen, bei unverheirateten Personen) oder nicht besonders uebersichtlich ist.
    Auch hatten wir mal Wiso Steuererklaerung ausprobiert und festgestellt, dass uns hier manche Moeglichkeiten zum absetzen z.T. gar nicht vorgeschlagen werden. Ist das Buch mit CD denn wirklich als Programm empfehlenswert und kann man direkt die STeuer digital damit verschicken
    Gruesse, Tobias

  • #4

    Vincent (Freitag, 28 Juli 2017 23:43)

    Hallo Tobias,
    das Buch kann schon bestellt werden aber es ist erst ab Ende November verfügbar.
    Ich habe beim Verlag nachgefragt und hoffe deine Fragen demnächst beantworten zu können.
    Gruß
    Vincent

  • #5

    Danny (Montag, 31 Juli 2017 08:09)

    Hey Vincent,

    ich gehöre ebenfalls zu der Fraktion die ihre Steuererklärung selbst in die Hand nehmen.

    Vor einigen Jahren habe ich noch einen Lohnsteuerhilfering genutzt, kann davon aber nur abraten. Bei mir war es ein unmotivierter Typ der letztlich weniger rausgeholt hat als ich. Dafür habe ich dann 120€ im Jahr gezahlt... Da ist es wirklich besser sich ein wenig zu belesen und es selbst in die Hand zu nehmen.

    Das Finanzamt beißt auch nicht, wenn die Rückfragen haben dann Fragen die Steuerbeamten einfach. Ich hab manchmal das Gefühl manche denken in dem Moment wo ich etwas falsches angegeben habe steht gleich die Steuerfahndung vor der Tür :).

    So ist es nicht!

    Ich selbst nutze aber das direkte Tool der Finanzämter (über ElsterOnline) zur abgabe meiner Steuererklärung bin mir noch nicht so bewusst was ein kaufbares Programm da besser macht?

    Ich kann es nur jedem Empfehlen eine Steiererklärung abzugeben!

    Beste Grüße und ruhigen Dienst

    Danny

  • #6

    Vincent (Montag, 31 Juli 2017 14:39)

    Moin Danny,
    ich habe auch gute Erfahrung damit gemacht einfach beim Sachbearbeiter im Finanzamt Dinge nachzufragen. Die sind dazu verpflichtet Auskunft zu geben. Meistens konnte ich damit was anfangen und es hat mir geholfen. Also ein sehr guter Hinweis. Danke dafür!

    Mit Elster kommt man bestimmt auch gut durch die Erklärung. Da muss jeder ein bisschen rumprobieren und schauen welcher Weg ihm am besten gefällt.

    Danke für deinen Kommentar.

    Beste Grüße
    Vincent

  • #7

    Vincent (Mittwoch, 02 August 2017 15:01)

    Hallo Tobias,

    folgende Antwort habe ich erhalten und gebe sie hiermit an dich weiter:
    Lexware QuickSteuer (das ist die enthaltene Software) eignet sich hervorragend zur Steuererklärung, Sie haben eine Software die Sie Schritt-für-Schritt durch Ihre Steuererklärung führt, sowie auch eine einfache Zuordnung Ihrer Belege und Sie erhalten hier Steuertipps die nur Sie betreffen. Die Software prüft auf Korrektheit und ungenutzte Sparmöglichkeit. Eine Automatische Vergleichsberechnung bei Wahlrechten, sowie automatische Tipps für eine höhere Rückzahlung ist bei der Software enthalten.

    Die amtlichen Formulare werden automatisch erstellt und ausgefüllt, Ihre Steuererklärung wird ausgedruckt oder elektronisch via ELSTER an Ihr Finanzamt geschickt.

    Bitte beachten Sie, dass die gesonderte und einheitliche Feststellungserklärung u.a für die Anlagen V, FG, FE-KAP, FE-1, FE-2, nur in Lexware QuickSteuer Deluxe enthalten sind.

  • #8

    Tobias (Sonntag, 06 August 2017 18:49)

    Danke, das klingt gut...vermutlich werde ich aber erstmal bei Steuersparerklaerung bleiben. DAs ist schon etliche Jahre auf den Markt und ich hoffe, dass es immer weiter verbessert wird. Falls jemand gute Erfahrung mit dem Buch+CD gemacht hat, bitte posten.