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Wie du Wachstumswerte leicht finden kannst

Der Aktienfinder für Wachstumswerte

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Wer und was steckt hinter diesem Tool?

Neben den Immobilieninvestoren, die ich interviewt habe, wollte ich zwischendurch auch mal jemanden zu Wort kommen lassen, der sich voll und ganz einer anderen Anlageklasse widmet. Wie du weißt fühle ich mich mit den verschiedensten Assetklassen wohl und bin ein großer Freund von Diversifikation.

 

Neben Immobilien investiere ich auch seit über 20 Jahren in Aktien. Mein heutiger Gastautor Torsten hat sich aus unterschiedlichen Gründen ein tiefgehendes Wissen in Sachen Aktien angeeignet.

 

Ich habe ihn gebeten, zu berichten wie es dazu kam, was genau seine Strategie ist und welches Hintergrundwissen er für ein erfolgreiches Engagement an der Börse für nötig erachtet.

 

Speziell interessiert hat mich dabei wie es zu der Entwicklung seines Aktienfinders kam, was das Tool kann und welchen Mehrwert es den stetig mehr werdenden Usern bringt.

 

Kürzlich war auf seinem Blog auch zu lesen, dass er sogar in Teilzeit gegangen ist, um sein Projekt weiter vorantreiben zu können. Das hat mich sehr beeindruckt und war ein zusätzlicher Grund, einmal hinter die Kulissen bei Torsten und seinem Aktienfinder zu schauen.

 

Im folgenden Gastartikel geht Torsten ausführlich auf meine Fragen ein und gewährt spannende Einblicke.

 

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Wie kam es zu der Idee?

Unzufriedenheit mit dem Bestehenden. Also der typische Antrieb, sich selbst in einer Lösung zu versuchen, war der Geburtshelfer meiner heutigen Vollzeitbeschäftigung. Doch fangen wir von vorne an.

 

Ich finde Aktien cool. Wenn auch etwas langweilig. Natürlich ist es schön, den Kursen und Dividenden über die Jahre beim Steigen zuzusehen. Doch aus der Sicht eines langfristig orientierten Investors passiert am Tag nicht allzuviel.

 

Zwischen aller Langeweile habe ich mich aber dennoch ein paar Mal so richtig geärgert, weil ich auf die falschen Aktien gesetzt hatte. Dabei hatte ich doch ausschließlich in gestandene Unternehmen investiert.

 

Als wiederkehrendes Muster meiner Fehlinvestments erkannte ich irgendwann, dass eine hohe Dividendenrendite und ein vermeintlich günstiger Kurs einen roten Faden spannten, in den ich mich immer wieder verhedderte.

 

Das ist mir beispielsweise mit Telefonica und Nokia auf dem bereits absteigenden Ast passiert. Was die Unternehmen noch gemeinsam hatten, ich damals aber geflissentlich übersah, war eine unbefriedigende Gewinnentwicklung, zumindest über die letzten Jahre.

 

Offensichtlich hatten das aber auch andere übersehen. Analysten, Blogger und ein Börsenbrief, dessen Namen ich hier nicht nenne, hatten diese Aktien schön geredet.

 

Nun ja. Erkenntnis ist der erste Weg zur Besserung. Also wollte ich ab sofort nur noch Aktien von Unternehmen kaufen, die ihren Gewinn langfristig steigerten. Doch da war ein Problem. Wie konnte ich solche Aktien finden?

 

 

Was sollte besser werden als bei den anderen?

Die 08/15-Aktienscreener boten Kennzahlen wie die aktuelle Dividendenrendite und das aktuelle KGV an. Also genau die Art von Kennzahlen, denen ich zuvor aufgesessen war.

 

Was die Entwicklung des langfristigen Gewinns anging - Fehlanzeige. Fündig wurde ich dann bei Morningstar, wo man für die Gewinnentwicklung die nackten Zahlenreihen der letzten 10 Jahre bekommt.

 

Aber auch das nur, nachdem man die jeweilige Aktie eingegeben hatte. Man musste also schon wissen, wonach man sucht. Ein mühsames Geschäft, sich auf diese Art und Weise seine eigene Favoritenliste zu erstellen.

 

 

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Die historische Entwicklung von Microsoft bei Morningstar

Da ich schon lange programmiere, überkam mich eine Idee. Doch bevor man in die Tasten haut, sollte man sich jedoch besser ein, zwei Gedanken machen. Das habe ich dann auch getan. Das Ergebnis ist die Wachstumsstrategie als Oberbegriff für ein Investment ausschließlich in Aktien von Unternehmen, die ihren Gewinn konstant steigern, den sogenannten Wachstumswerten.

 

 

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Wie funktioniert der Aktienfinder?

Bei der Implementierung dieser Strategie traten Interessante Details zutage. Unter anderem zeigte sich, dass von 72 untersuchten Dividendenaristokraten über die Hälfte keine Wachstumswerte waren, weil die Gewinnentwicklung unbefriedigend ausfiel.

 

Durchgeführte Backtests zeigten, dass die historische Rendite der Wachstumswerte über der des S&P500 und der Rendite der Dividendenaristokraten lag.

 

Als ich den Aktienfinder mit Daten füllte, pflegte ich alle Aktien einiger Indizes, wie den Nasdaq oder den Euro Stoxx 50, ein und arbeitete im Internet vorhandene Listen ab. Dabei spuckte mir das Tool Bestnoten für einige Aktien aus, von denen ich nie zuvor gehört hatte.

 

Jack Henry, Novozymes, Recordatti und einige mehr. Natürlich habe ich mir diese Unternehmen näher angeschaut und festgestellt, dass es sich um exzellente Langfristinvestments handelte. Die Algorithmen funktionierten.

 

Doch im Aktienfinder geht es um mehr als Algorithmen, auch wenn diese unbestritten das fachliche Herzstück sind. Ich mag keine Tools, die mehr oder weniger ein paar nackte Zahlen ausspucken und den Benutzer damit alleine lassen.

 

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Tabellenansicht für den schnellen Überblick und die Aktienauswahl

Deshalb zeigt der Aktienfinder beim Klick auf eine Aktie ohne Seitenwechsel mehrere Grafiken an, so dass man auch ohne Kennzahlen auf den ersten Blick erkennt, wie es um die Entwicklung des Gewinns und der Dividende bestellt ist.

 

Darum geht es in erster Linie: um das vereinfachte Aufspüren von Qualität.

 

 

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Die historische Entwicklung des Gewinns und der Dividende

Mit der Zeit kam dann aber auch noch eine zweite Fragestellung hinzu. Wie teuer oder günstig ist die Aktie aktuell zu haben? Auf diese Frage liefert der Aktienfinder heute gleich drei Antworten.

 

Zum einen vergleicht er das aktuelle KGV mit dem 10-jährigen Durchschnitt, dem sogenannten Shiller-KGV. Damit sieht man, ob das KGV heute über oder unter dem historischen Kontext liegt.

 

 

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Das historische KGV inklusive der historischen Dividendenrenditen

Zum anderen wird der Fair Value der Aktie in jeweils zwei Varianten berechnet. Einmal unter Verwendung von Formeln, die bekannte Größen in der Investmentbranche sind. Diese insgesamt drei Formen zielen auf die Wachstumsrate des Unternehmensgewinns ab. Und dann gibt es noch eine Variante, die ausgehend vom Shiller-KGV den Fair Value berechnet.

 

 

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Die historische Entwicklung der Fair Values und die tatsächlichen Kurse

All dies geschieht nicht nur für das aktuelle Jahr, sondern für die komplette Historie inklusive Prognose für das laufende Geschäftsjahr. Im Regelfall erstreckt sich die frei zoombare Historie über zwei Jahrzehnte und mehr.

 

Auf diese Weise bekommt man einen sehr viel besseren Eindruck von der Aktie als durch bloße Zahlenreihen, von einem gewöhnlichen Aktienscreener ganz zu schweigen.

 

 

Was bietet die Mitgliedschaft?

Hat man sich kostenlos als Mitglied angemeldet, kann man auf Entdeckungstour gehen und sich seine eigene, speicherbare Watchlist zusammen suchen.

 

Im Aktienfinder sind momentan ca. 560 Aktien mit Schwerpunkt Nordamerika und Europa enthalten. Mehr als 600 Aktien werden es wohl nicht werden, da ich mich hauptsächlich auf Wachstumswerte konzentrieren möchte und deren Anzahl endlich ist.

 

Die Aufnahme von allzu viel Durchschnitt bietet keinen echten Mehrwert. Ich nehme allerdings sehr gerne Vorschläge meiner Mitglieder entgegen. Die letzten Aufnahmen kamen alle durch Vorschläge zustande.

 

 

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Vollzeit und Vollgas mit dem Aktienfinder

Den Aktienfinder betreibe ich in Vollzeit. Ursprünglich hatte ich nach Kündigung meines Vollzeitjobs auf Teilzeit gehen wollen. Aber irgendwas zu programmieren, dass mich im tiefsten Inneren nicht wirklich interessiert, während ich zu Hause viel Sinnhaftes zu tun hatte, war nicht mein Ding.

 

Deshalb nun Vollzeit. Und tatsächlich ist das Projekt sehr zeitintensiv. Zum eigentlichen Entwickeln kommt noch meine zweite Webseite, Artikel schreiben, der Austausch mit Mitgliedern, die Datenpflege sowie aller möglicher Kleinkrams hinzu. Außerdem will ich auch fachlich nicht stehen bleiben und probiere neue Dinge aus. Momentan arbeite ich mich am Thema Optionen ab.

 

Und wie das bei mir so ist, will ich keine halben Sachen machen und veröffentliche meine Erfahrungen auf Euro und Cent in meinem Blog. Selbstverständlich mit Hilfe einer selbst entwickelten Software, mit der ich auch meinen Erfolg kontrolliere. Excel-Screenshots sind einfach nicht mein Ding.

 

Seit Mitte Januar ist der Aktienfinder kommerziell auf einer eigenen Seite zu Hause. Wer mehr als die 100 freien Aktien sehen möchte, muss bezahlen, denn ohne Einnahmen geht es leider nicht.

 

Anfangs hatten einige Nutzer damit ein Problem. Aber ich vermute, das hatte weniger mit Preis-Leistung als einer Alles-Umsonst-Haben-Wollen-Einstellung zu tun.

 

Ich verfolge mit dem Projekt eine Win-Win-Situation. Natürlich will ich mit dem Aktienfinder Geld verdienen, aber ich will auch, dass dies meine Mitglieder tun. Und als eigener Nutzer bin ich überzeugt, dass es funktioniert. Zunächst wird bei der Aktiensuche eine Menge Zeit gespart, und dann gibt es im Zeitverlauf beste Chancen auf eine überdurchschnittliche hohe Rendite.

 

Mittlerweile nutzen außer mir selbst auch mehrere Blogger in der Finanzszene den Aktienfinder und die Unzufriedenen sind längst verstummt. Was bleibt sind sehr positive Kommentare, wie man auf meinem Blog sehen kann.

 

Besonders freue ich mich über Kommentare von Experten, wie beispielsweise von Nils Gajowiy, der von einer phänomenalen Leistung sprach. Aber es gibt noch immer wieder Tage, wo umsatztechnisch wenig los ist. Das Tool ist eben noch kaum bekannt, und es dauert, bis man eine gewisse Sichtbarkeit erreicht hat. Da hilft nur weitermachen.

 

 

Resümee

Im Nachgang finde ich erstaunlich, wie einfach die theoretische Ausarbeitung der Wachstumsstrategie war, obwohl ich neue Elemente, wie beispielsweise Korrelationen zur Messung einer konstanten Entwicklung von Gewinn und Dividende, eingeführt habe.

 

Ich vermute, dass hat bei mir mit einer selten anzutreffenden Mischung zu tun. Ich habe rund 20 Jahre Erfahrung als Privatanleger und 10 Jahre Berufserfahrung in der Investmentbranche, habe aber nie ein Buch über Aktien gelesen.

 

Wollte ich was wissen, habe ich das im Internet recherchiert. Somit bin ich mit weniger fremden Gedanken vorbelastet, ganz zu Schweigen von irgendwelchen Vorbildern, denen es nachzueifern gilt.

 

Wenn wir schon bei einfach sind... Ich halte es für geradezu erschreckend einfach, mit Aktien Geld zu verdienen. Alles was es braucht, ist Basiswissen über Aktien, ein bisschen Standfestigkeit und eine vernünftige, langfristig ausgerichtete Strategie.

 

Den Rest macht die Mischung aus steigenden Unternehmensgewinnen, Zeit und dem Markt, der die Kurse über die einzelnen Phasen hinweg nach oben treibt. Von daher auch die eingangs erwähnte Langeweile.

 

Auf der anderen Seite hat die Einfachheit auch ihr Gutes. So kann man sich mit ganz anderen Dingen in seiner Freizeit beschäftigen, z.B. Joggen gehen oder mit der Familie Fahrrad fahren.

 

 

Weiterführende Informationen

Torsten betreibt die beiden Seiten Wachstumswerte.net und Aktienfinder.net

 

Im Interview bei Finanzblog News kannst du noch mehr über Torsten und sein Projekt erfahren.

 

Für weitere Informationen zu Torstens Aktienfinder aus der Sicht eines Nutzers empfehle ich dir diesen Artikel vom Finanzfisch.

 

 

 

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Kommentare: 3
  • #1

    Der Finanzfisch (Samstag, 17 Juni 2017 11:08)

    Sehr schöner Artikel. Wirklich beeindruckend, was Du, Torsten, da auf die Beine gestellt hast.

    Es ist immer schwierig, wenn etwas plötzlich Geld kostet, was zuvor noch kostenlos war. Wenn man sich ein Buch oder Gerät oder sonst was physisch kauft, ist es ganz klar, dass man dafür auch etwas bezahlen muss. Bei Software ist das schon wieder etwas ganz anders. Software zu entwickeln kostet ja nix. Dafür braucht man ja keine Ressourcen. Was? 10€ für ne App? - Die spinnen doch!

    Und jetzt auch noch ne Nutzungsgebühr für ne Webpage??? ;-)

    So kommt es mir oft vor. Wie viel Arbeit die Entwicklung einer guten Software macht, weiß wohl nur derjenige, der es schon mal ausprobiert hat. ;-)

    Ich wünsche Dir weiterhin viel Erfolg und freue mich schon auf die nächsten Updates.

    Viele Grüße
    Tobias

  • #2

    Torsten (Samstag, 17 Juni 2017 12:47)

    Hallo Tobias,

    das in der Entwicklung des Aktienfinders eine Menge Know-How, Zeit und Arbeit steckt, stimmt. Ich habe in der Vergangeneit ähnlich argumentiert. Aber eigentlich zählt das nicht. Nur wenn der Benutzer im Tool einen Mehrwert erkennt, wird er dafür bezahlen. Das ist bei vielen Mitgliedern der Fall, weshalb ich optimitisch in die Zukunft blicke. Ein weiterer Grund, optimitisch zu sein, ist die tolle Unterstützung, die ich durch Blooger wie dich und andere erfahre.

    Gruß zurück!

    Torsten

  • #3

    Alexander (Sonntag, 18 Juni 2017 11:39)

    Prima Einsichten in die Entwicklung. Ich habe bzw. hatte auch immer ein Problem, im Netz für irgendwas zu bezahlen, da man gewohnt ist, vieles umsonst zu bekommen. Inzwischen ändert sich das, vielleicht muss man sich erst daran gewöhnen. Ich merke es vor allem in meinem Job, hier wollten die Leute immer die Printversionen unserer Veröffentlichungen. Inzwischen geht fast alles nur noch per PDF raus. Eigentlich bezahlt man für eine Dienstleistung und nicht für ein Produkt. Der Aufwand, die Daten über einen längeren Zeitraum zusammen zu suchen kann enorm sein, da ist der Aktienfinder hervorragend, auch die grafische Darstellung.

    Ich muss Torsten zustimmen, wie er im Resümee schreibt, investieren ist eigentlich extrem einfach und langweilig. Für diese Erkenntnis brauchte ich allerdings viele Jahre. Durch den Aktienfinder habe ich einige Werte entdeckt, die ich sonst nicht im Depot hätte. Ich hatte aber auch das Glück, Torsten bei der Entwicklung von Anfang an begleiten zu dürfen, auch wenn ich nicht viele helfen konnte.