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Optionshandel für Anfänger: Stillhalter und der Short Put

Strategie und Risikomanagement bei Aktienoptionen

Optionshandel für Anfänger @ freaky finance. Optionsstrategien einfach erklärt - Erfahre wie ein Short Put funktioniert

Wie ich mit einer einfachen und sicheren Strategie regelmäßigen Cashflow erzeuge

DieserArtikel behandelt ein ebenso spannendes wie lukratives Thema, das du aus meinen monatlichen Zusammenfassungen bereits kennst: Den Optionshandel.

 

Konkret erkläre ich in diesem Artikel, was ein Stillhalter ist und wie sein Hauptwerkzeug, der Short Put, funktioniert.

  

Wie du wahrscheinlich bereits mitbekommen hast, mache ich in letzter Zeit auf YouTube viel zum Optionshandel - speziell für Anfänger. Ich möchte, dass diese fantastische und oft völlig falsch eingeschätzte Möglichkeit, Geld zu verdienen, ein größeres Maß an Bekanntheit erlangt und Einsteiger durch meine einfache und sichere Strategie die Scheu verlieren und loslegen.

 

Mit dem Optionshandel kann man auch viel schneller viel mehr Cashflow generieren als mit einer reinen Dividendenstrategie! In meinen Augen reden wir hier von der Königsklasse des Wertpapierhandels - quasi die Ausbaustufe für den Renditekick. Wer sich eh an der Börse rumtreibt und die Optionsprämien liegen lässt, handelt meiner Meinung nach fahrlässig!

 

Schau doch mal rein und lass das Thema unvoreingenommen auf dich wirken. Vielleicht gibst du der Sache ja eine Chance - ich würde mich freuen, wenn wir uns bei YouTube und in der Telegram-Gruppe "Optionshandel für Anfänger" sehen. Dort gibt es keine doofen Fragen, aber jede Menge hilfreiche Antworten.

 

Den Short Put erkläre ich am Beispiel der Aktie von Church and Dwight (CHD), welche ich im kleinen Depot mit 5.000 € Startkapital beim Online Broker Banx veroptioniert habe. Ich gehe auf diese Stillhalter-Strategie mit den möglichen Risiken ein und erkläre, welche Möglichkeiten man hat, sofern der Kurs der Aktie zum Laufzeitende unter den Strike fällt.

Dieser Artikel als YouTube-Video

 

Du kannst dir den Inhalt dieses Artikels auch direkt auf YouTube ansehen. Das Videoformat hat den Vorteil, dass ich einige Dinge in der Handelssoftware zeigen kann. Außerdem mache ich einen Ausflug in den Aktienfinder, um die Aktie zu bewerten, die im Beispiel als Underlying für meine Option dient.

 

Da dies aber eher ein Grundlagenartikel ist, passt es auch, wenn du ihn liest. 

 

 

Was ist ein Stillhalter und wie funktioniert ein Short Put?

Beim Optionshandel gibt es immer einen Verkäufer und einen Käufer.

 

Wir wollen Stillhalter sein (ich verspreche: das sind die Guten) und schlüpfen gleich mal in die Rolle. In der Ausgangssituation sind wir als Stillhalter die Verkäufer. Der Verkauf einer Option wird oft mit dem Verkauf einer Versicherung verglichen (siehe Erklärung am Ende des Artikels).

 

Wir verkaufen initial also einen Short Put. Ein Put ist eine sogenannte Verkaufsoption. Und der Zusatz Short bedeutet einfach nur, dass wir die Verkäufer des Puts sind, während ein Long Put auf der Käuferseite zu verorten ist, welche in dieser Konstellation unseren Counterpart darstellt.

 

Mit dem Verkauf des Short Puts verpflichten wir uns nun, das Underlying (also einen zu Grunde liegenden Wert) zu einem von uns definierten Preis, dem sogenannten Ausübungspreis oder Strike, zu einem ebenfalls von uns aus den gegebenen Möglichkeiten gewählten Verfallsdatum (dem Laufzeitende der Option) zu kaufen. Hier gilt es noch zu beachten, ob wir von einer EURO-Option oder einer US-Option sprechen. Denn europäische Optionen können nur zum Laufzeitende ausgeübt werden und amerikanische theoretisch während der gesamten Laufzeit. Natürlich jeweils nur, wenn der Strike unterschritten ist.

 

Als Beispiel kann hier eine tatsächlich verkaufte Option in unserem kleinen 5.000 € Depot dienen. Nehmen wir den Church & Dwight (CHD) Put.

 

CHD, Put, Church&Dwight, Aktienoption, Ansicht TWS, Portfolio

 

 

Hier liegt der Strike bei 60 USD und das Laufzeitende habe ich für den 20.12.2019 definiert. Der Verkauf fand am 31.10. statt. An dem Tag ist der Kurs im Zuge der Veröffentlichung der Quartalszahlen von über 75 USD auf knapp unter 70 USD gefallen.

 

Aktienchart, Church & Dwight, Aktienkurs, CHD

 

 

Wie von mir vermutet war der Kursverfall dann ziemlich bald vorüber, und der Kurs hat sich zwischen 67 und 68 USD eingependelt. Somit haben wir immer noch ein gutes Stück Luft bis zum Strike, konnten aber die durch den Kursabsacker erhöhte Volatilität nutzen, um eine relativ gute Prämie zu erhalten. Bis zum Verfallstag geht aber natürlich auch noch einiges an Zeit ins Land.

 

 

Exkurs: Warum Church & Dwight?

In der folgenden Videosequenz (startet automatisch an der richtigen Stelle) beschreibe ich, wie ich die Aktie im Aktienfinder unter die Lupe nehme.

 

 

 

Sowohl der operative Cashflow als auch der Gewinn pro Aktie und die Dividende der US-amerikanischen Haushaltswarenherstellers mit langer Tradition (seit 1848) haben seit vielen Jahren eine steigende Tendenz. Das Payout-Ratio ist ebenfalls absolut gesund im Dividendenadel Zielkorridor (25 – 75 %; siehe Buch „Cool bleiben und Dividenden kassieren“*) – schon lange und mit jeder Menge Platz nach oben, bevor es ab 70 oder 80 % kritischer werden würde.

 

Jedenfalls habe ich mich mit dem Verkauf des Puts verpflichtet, diese wunderbare Aktie käuflich zu erwerben, wenn der Preis unter 60 USD fällt. So günstig war die Aktie übrigens seit über einem Jahr nicht mehr. Wichtig zu wissen ist auch, dass ein Kontrakt immer für 100 Aktien steht. Ich müsste also 100 Aktien von Church & Dwight kaufen. Bei 60 USD pro Stück ergibt das ein Volumen von 6.000 USD. Am Markt wäre die Aktie indes allerdings günstiger zu haben, sonst wäre es nicht zu der Ausübung gekommen.

 

Und genau dort liegt mein Risiko: Der Aktienkurs einer von mir veroptionierten Aktie kann theoretisch weit unter meinen Strike fallen – bis auf 0! Ein Totalverlust ist relativ unwahrscheinlich bei den Aktien, die für mich in Frage kommen, aber die Differenz zwischen Strike und Marktpreis ist mein Verlust. Allerdings zunächst „nur“ Buchverlust. Ob und wann wir realisieren und ob der Kurs bis dahin wieder über unseren Einstandspreis gestiegen oder ins Bodenlose gefallen ist, soll an dieser Stelle nicht Gegenstand der Diskussion sein.

 

Das Risiko beim Optionshandel

Noch ein Wort zum Risiko beim Optionshandel, weil ich oft danach gefragt werde. Das Risiko in der hier von mir beschriebenen Stillhalterstrategie liegt in der Aktie, die ich als Underlying auswähle. Somit ist das Risiko bei dieser Art des Optionshandels nicht höher oder niedriger als beim Aktienkauf. Es ist exakt gleich hoch, weil es von der Kursentwicklung der Aktie abhängt. Ob die Aktie dabei durch einen ausgeübten Short Put oder einen Direktkauf ins Depot gekommen ist, spielt fast keine Rolle – außer, dass die Aktie mit einem günstigeren Einstandspreis (als zum Zeitpunkt des Verkaufs des Puts) gekauft wurde und man zusätzlich noch eine Prämie kassiert hat. Die Prämie ist in jedem Fall verdient und kann behalten werden, egal wie sich der Aktienkurs entwickelt.

 

Andererseits liegt in der Tatsache, dass der Käufer meines Puts nun 60 USD pro Stück für die Aktien von mir bekommt, obwohl der Kassakurs darunter liegt, die oft zitierte „Versicherung“ begründet. Er sichert seine Aktienposition somit bei 60 USD ab. Für diesen Preis wird er seine Aktien auf jeden Fall bei mir los – egal wie tief der Kurs gefallen ist. Dafür hat er mir bei Erwerb der Option eine Prämie gezahlt. Und diese Prämie ist genau das, worauf ich es als Stillhalter abgesehen habe.

 

Die Höhe der Prämie bemisst dich dabei natürlich am Risiko. Genau wie bei einer Versicherung: Je höher das abzusichernde Risiko, desto höher die zu zahlende Prämie! Es spielen einige Parameter wie Strike, Laufzeit und Volatilität eine Rolle. Die Höhe der Prämien kann ich vor dem Verkauf der Option in der sogenannten Optionskette sehen. Man gebe "CHD Option Chain" (CHD ist das Tickersymbol für Church & Dwight und Option Chain der englische Begriff für Optionskette) in die Suchmaschine seiner Wahl ein, und man landet über den Webauftritt der NASDAQ in der gewünschten Optionskette.

 

 

Die Optionskette und die Wahl von Strike und Laufzeit

Gleichwohl ausführlicher und optisch ansprechender, wobei das auch meiner Gewohnheit geschuldet sein kann, wird eine solche Optionskette in der TraderWorkStation (TWS) dargestellt. An der Stelle möchte ich zum einen auf mein Video hinweisen, das die Grundlagen der TWS erläutert, und zum anderen eine Videosequenz bereitstellen, die das gerade Besprochene, also die Darstellung der Optionskette in der TWS visualisiert. Dazu nenne ich meine Kriterien zur Festlegung von Strike und Laufzeit.

 

 

 

Habe ich mich für eine Konstellation entschieden und die entsprechende Option verkauft, kommt der Teil, der dem Stillhalter seinen Namen gibt. Ich halte still! Ich mache (was diese Option angeht) nichts mehr und warte einfach nur ab, bis die Option am Laufzeitende für den Käufer wertlos verfällt. Das ist zu meinen Gunsten, weil der Käufer die Option, für die er mir Geld bezahlt hat, nicht verwerten kann, da sie den Strike nicht unterschritten hat.

 

So läuft es bei mir in 95 % der Fälle. Nur selten komme ich in die Situation, dass mein Ansinnen, die Prämie ohne Einbuchung der Aktie zu kassieren, in Gefahr gerät.

 

 

Adjustieren - Wie rette ich einen Trade?

Wenn doch, habe ich die Möglichkeit zu adjustieren oder mir die Aktien am Laufzeitende in mein Depot einbuchen zu lassen. Natürlich mit der Pflicht, diese mit dem Strikepreis zu bezahlen. Das kommt für mich in Frage, wenn der Kurs nicht allzu weit unter den Strike zu fallen droht. Dann lasse ich es in der Regel drauf ankommen und mache nichts – ich halte weiter still.

 

Im Falle der Einbuchung kann ich in der Folge auf diesen Bestand Covered Calls verkaufen (siehe Beispiele in diesem Video und meine ausführliche Erklärung dazu in den Kommentaren):

 

 

YouTube, Kommentar, Erklärung des Covered Calls, freaky finance

 

 

Wenn ich einer dynamischen Abwärtsbewegung meines Underlyings zusehen muss, greife ich schon mal ein und rolle die Position. Diesen Vorgang habe ich schon einmal in einem Video dokumentiert.

 

Sicher werde ich das noch einmal ausführlicher dokumentieren, wenn ich mal eine Option im kleinen Depot rollen muss.

 

 

Schlusswort

Dieser hier beschriebene Verkauf von Put Optionen stellt die Grundlage der Stillhalterstrategie dar. Ich habe sie für meine Bedürfnisse angepasst. Dazu verweise ich auf die beiden Videos mit der Vorstellung meiner Strategie und meinen Absicherungsmerkmalen.

 

 

Suchst du noch ein passendes Depot für den Optionshandel?

Die freaky finance Empfehlungen: 

Die Bedingungen und Gebühren sind bei folgenden Anbietern sehr ähnlich:

 

Ich selber handle über Banx:

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Weltweit günstig Handeln

 

Wenn du hier im Zuge der Depoteröffnung den Gutscheincode "freaky" eingibst, erhältst du direkt günstigere Handelsgebühren. Ab 3.000 Euro Einlage kostet ein US-Kontrakt 3 USD (statt 3,50 USD) und wenn du innerhalb der ersten 3 Monate nach Depoteröffnung auf mindestens 20.000 Euro Einlage aufstockst, bezahlst du nur noch 2,50 USD pro Kontrakt. Euro Optionen handelst du direkt für 1,80 Euro statt der normalen 2 Euro.

 

 

Eine andere Möglichkeit ist Captrader*:

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Ein dritter größerer Anbieter ist Lynx:

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Und du so?

Hast du den Optionshandel schon für dich entdeckt und ausprobiert? Welche Erfahrungen hast du gemacht? Was hältst du von der Stillhalter-Strategie, und hast du den Short Put verstanden?

 

Ich freue mich auf deine Kommentare!

 

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Titelbild: ©PIX1861 (CC0 Creative Commons; bearbeitet von V.  Willkomm)


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Und dafür sage ich an dieser Stelle bereits DANKE!

 

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Kommentare: 9
  • #1

    Tobias (Freitag, 15 November 2019 21:20)

    Hallo Vincent,

    wieder mal ein sehr interessanter Artikel. Bei einem Short Put ist der mögliche Verlust zwar prinzipiell begrenzt, ich finde es trotzdem etwas zu aufwändig. Ich wünsche dir trotzdem weiterhin viel Erfolg damit.

    LG,

    Tobias.

  • #2

    Maurice (Samstag, 16 November 2019 17:40)

    @Tobias: Welche noch "einfachere" Strategie für deinen Optionshandel nutzt du denn bzw. sollte man sich in deinen Augen mal anschauen?

    VG
    Maurice

  • #3

    Vincent (Samstag, 16 November 2019 20:22)

    Moin Tobias,
    theoretisch ist der Verlust eben nicht begrenzt bzw. ein Totalverlust ist möglich, wenn die Aktie auf NULL fällt. Praktisch wird das bei den Aktien, die ich veroptioniere wohl nicht vorkommen.
    Was findest du am Optionshandel, wie ich ihn beschrieben habe "aufwändig"?

    Beste Grüße
    Vincent

  • #4

    Andreas (Sonntag, 17 November 2019 12:28)

    Hallo, hast Du Dir auch mal die steuerliche Behandlung angeschaut? Meines Erachtens / nach meinem Verständnis macht das Steuerrecht es in Deutschland unattraktiv für Privatanleger, Stillhalteroptionen zu schreiben: man darf nämlich, soweit ich es verstehe, Verluste/Gewinne aus Aktiengeschäften nicht mit Verlusten/Gewinnen aus Optionsgeschäften oder auch den Zinskosten für die Finanzierungskosten verrechnen. Das kann dann Gewinne sehr schmälern oder verhindern, dass man seine Verlustvorträge nutzt. Diese Aspekte muss man m.E. auf jeden Fall genau verstehen, bevor man solche Geschäfte handelt. Viele Grüße Andreas

  • #5

    Vincent (Sonntag, 17 November 2019 13:01)

    Hallo Andreas,
    wenn man diese Dinge also nicht mit einander verrechnen kann, dann fällt halt der Vorteil der Verrechenbarkeit weg (sofern man überhaupt etwas zu verrechnen hätte). Aber es entsteht ja kein Nachteil, weil man nicht verrechnen kann!
    Von daher wäre es Quatsch, den Optionshandel bleiben zu lassen, nur weil man sich damit keinen zusätzlichen/neuen Steuervorteil schafft.

    Der Deutsche und sein Steuersparwahn sind schon recht ausgeprägt. Aber deswegen auf die schönen Optionsprämien verzichten?

  • #6

    Bonanza (Sonntag, 17 November 2019 14:24)

    Hallo zusammen,
    ich handle seit ca 2 Jahren über Captrader Optionen. Bisher ganz erfolgreich mit ca 18% Rendite vor Steuern. Ich suche mir Aktien die ich auch so ins Depot legen würde (also keine Verlustbegrenzung, weil Ausübung). Handle nicht über Quartalszahlen hinweg, und nur gedeckte Optionen (Covered Calls und Cash secured Puts). Ich schätze 90% der Optionen laufen aus und ich streiche die Optionsprämie ein. Kann aber auch mal ein schlechter Trade dabei sein: z.B. Wirecard. Zwei Short Put mit Strike 130€ sehr vorsichtig gewählt (dachte ich). FT bringt Artikel und Kurs raucht ab von 145€ auf 116€. Schreibe seitdem Covered Calls. Mit sowas muss halt auch gerechnet werden.
    Mit einem kleinen Konto anfangen (10-20Tsd um mehr Auswahl bei den zu veroptionierenden Aktien zu haben) mit nicht zu volatilen Aktien, und dann Lerning by doing.

  • #7

    Vincent (Sonntag, 17 November 2019 15:35)

    Moin Bonanza,
    das klingt sehr ordentlich. Ähnliche Vorgehensweise wie bei mir. Danke auch für deinen Einblick in die Wirecard-Trades. Immer gut sowas mal anzumerken, damit die Leute auf dem Teppich bleiben.
    Du wärest eine Bereicherung für unsere Telegramm-Gruppe. Komm doch gerne dazu!

    Beste Grüße
    Vincent

  • #8

    Andreas (Sonntag, 17 November 2019 21:01)

    Hallo, nochmal zum Steuerlichen: das Problem ist, so wie ich es verstehe, folgende Asymmetrie: es fallen doch bei Stillhaltergeschäften systematisch Optionsgewinne und systematisch Aktienverluste an: Wenn man eine Aktie nach Andienung nicht verkauft, dann reduziert sich der Margin und so die Möglichkeit, wieder Optionen zu schreiben, daher muss man die Aktie nach Andienung entweder verkaufen oder die Strategie herunterfahren bzw. beenden. Da man steuerlich die Optionsgewinne nicht mit den Aktienverlusten verrechnen kann, wird man doch aufgrund dieser Asymmetrie in dieser Strategie steuerlich systematisch benachteiligt. Das macht Stillhaltergeschäfte zwar nicht völlig unattraktiv, schmälert aber doch die Rendite. Wenn man das als Beimischung zu anderen Aktiengeschäften und Optionsgeschäften macht, dann mag das sich wieder relativieren, weil man die Optionsgewinne und Aktienverluste mit anderen Optionsverlusten und Aktiengewinnen verrechnen kann.... Oder übersehe ich etwas?

  • #9

    Vincent (Sonntag, 17 November 2019 22:39)

    Hallo Andreas,
    also irgendwas scheinst du da wirklich noch nicht verstanden zu haben. Oder vielleicht verstehe ich auch einfach deine Gedanken nicht....

    Von systematischen Aktienverlusten kann keine Rede sein. Manchmal fällt der Kurs nur knapp unter den Strikepreis und der BUCHverlust ist überhaupt nicht der Rede wert. Vielleicht liegt der Kurs ein paar Tage später sogar wieder deutlich über dem ehemaligen Strike und man kann mit Gewinn wieder verkaufen. In diesen Tagen kommt das durchaus häufig vor.
    Sollte man tatsächlich Verluste realisieren hat man vielleicht anderswo Aktiengewinne, die man verrechnen kann.

    Außerdem: Man ist überhaupt nicht gezwungen, die eingebuchten Aktien zu verkaufen, weil der Gegenwert der Aktien zur Marginberechnung mit einbezogen wird! Es muss nicht immer Cash auf dem Konto liegen. Die Aktien sind auch was wert ;) Man ist nahezu im gleichen Umfang handlungsfähig, wie vor der Einbuchung (wenn die Aktie nicht ins bodenlose gefallen ist).

    Es ist übrigens gängige Praxis eingebuchte Aktien zu behalten und auf den Bestand Covered Calls zu verkaufen und so weitere Prämien zu generieren. Nebenbei kann man sich noch über die eine oder andere Dividendenzahlung freuen. Insgesamt sehr einträglich. Deine nachteilige Besteuerung sehe ich nicht.

    Beste Grüße
    Vincent