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Dein Weg zum ersten Options-Trade

Wie du dich auf den Einstieg in den Optionshandel vorbereiten kannst

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Eine Anleitung für Neueinsteiger

Vor einiger Zeit hat Maxim von Handelszeit.com bei mir hier im Blog in seinem Gastartikel "Was ist eigentlich Optionshandel?" die Grundlagen zu dem Thema erklärt. 

 

Durch den kleinen Hype um den Optionshandel, der sich in der Finanzszene inzwischen etabliert hat und durch Maxims Gastartikel bin ich immer neugieriger geworden und habe inzwischen auch meine ersten Optionstrades hinter mir. 

 

In dem Zusammenhang hatte ich Maxim gefragt, ob er Lust hat in einem weiteren Gastartikel die Schritte vor dem Einstieg in den Optionshandel und eine Anleitung für den ersten Trade aufzuzeigen. Der Profi ließ sich nicht lange bitten, hat fleißig in die Tasten gehauen, um sein Wissen mit uns zu teilen und herausgekommen sind sogar zwei Teile.

 

Im ersten Teil beschreibt er heute wie du dich konkret auf deinen Einstieg in den Optionshandel vorbereiten kannst. Im zweiten Teil folgt dann im November eine detaillierte Anleitung für den ersten Trade.

 

Jetzt starten wir aber mit den Vorbereitungsempfehlungen von Maxim.

 

 

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1. Aktien

Lektüre für die Theorie

Bevor du dich an ein Produkt wie Optionen heranwagst, solltest du dich mit Aktien beschäftigen. Lese hierzu so viel, wie du nur kannst. Zumindest solltest du wenigstens den Unterschied zwischen dem Value Investing und Trading kennen. 

 

Empfehlenswerte Bücher sind auf der Seite des Value Investings zum Einstieg Benjamin Grahams "Intelligent Investieren"* und

In Sachen Trading (d.h. Investieren in Aktien, bei denen man nur auf eine Kurssteigerung setzt) kannst du beispielsweise für den Anfang "One up on Wall Street"* von Peter Lynch lesen.

 

Ein Depot für die Praxis

Wenn du die ersten Bücher gelesen hast, lege dir ein Musterdepot zu und handle dort ein wenig mit den "Spielgeld-Aktien", um das erste Gefühl zu bekommen. Kostenlose Musterdepots kannst du z.B. bei dem Finanzportal OnVista anlegen oder die Musterdepot-Funktion des kostenlosen Depots bei der Comdirect Bank nutzen. Denn wenn du das lange genug gemacht hast, solltest du eh ein echtes Depot eröffnen* und den Aktienhandel mit echtem Geld angehen. 

 

Zeitraum für Schritt 1: Ein bis zwei Jahre, je nachdem wie schnell du lernst und wie viel Zeit du dir dafür nimmst. Denn ein Buch kann einem nur die Theorie vermitteln, aber nicht die praktische Erfahrung. Bei Vorkenntnissen verkürzt sich der Zeitraum natürlich entsprechend.

 

 

2. Erste Bücher über Optionen lesen

Englisch

Aus dem Englischen kann ich dir das Buch "The Complete Guide to Option Selling"* von den Autoren James Cordier und Michael Gross nahelegen.

 

Deutsch

Mein erstes Buch über den Optionshandel aus dem deutschsprachigem Raum war "Optionsstrategien für die Praxis"* von Jens Rabe und ich kann es bis heute jedem empfehlen. Jens Rabe ist ein Praktiker durch und durch.  

 

 

3. Charts anhand der Markt-/Charttechnik studieren

Im Optionshandel reicht es leider nicht, sich nur mit Aktien und dem Produkt Optionen an sich zu beschäftigen. Du musst noch einiges über die Markt- und die Charttechnik wissen. Es würde den Rahmen sprengen, hier eine ausführliche Beschreibung abzuliefern. Daher kannst du dich über diese beiden Disziplinen auf meiner Webseite und in Form von weiteren Büchern vorab informieren.

 

Charttechnik

Markttechnik

Chart- und Markttechnik in der Anwendung

Was ich dir aber jetzt schon sagen kann ist, dass du nicht jeden einzelnen Indikator beherrschen musst und auch nicht jede einzelne Chartformation. Es ist nur wichtig, dass du dir als Einsteiger ein Bild über die Indikatoren und Chartformationen usw. verschaffst.

 

Danach wirst du in der Lage sein, den Indikator auszusuchen, der am besten zu dir passt. Oder vielleicht wirst du gar keinen Indikator verwenden und dich ganz und gar der Markttechnik verschreiben.

 

Bei mir ist es beispielsweise so, dass ich vielleicht 5 Indikatoren als Kombination nutze und ein wenig Markttechnik als Ergänzung. Mit der Markt- und der Charttechnik ist es so wie mit einer Diät – keine Diät ist falsch und keine ist richtig. Es kommt nur darauf an, wofür man sich entscheidet und wie stark man sich in das Thema einarbeitet.

 

Wenn du die Bücher zur Markt- und Charttechnik gelesen hast, versuche von da an, wenn du dir einen Chart ansiehst, ihn aus der Perspektive dieser beiden Disziplinen zu betrachten.

 

 

4. Volatilität

Fragt man einen professionellen Händler, was ihm im Optionshandel am wichtigsten ist, wird er als erstes niemals sagen, er möchte eine hohe Prämie einnehmen. Vielmehr wird er sagen, dass er/sie als erstes nach hohen Volatilitäten Ausschau hält. Deshalb solltest auch du dich so viel wie möglich mit diesem Thema beschäftigen.

 

Einen ersten Einblick wirst du bereits in Jens Rabes Buch bekommen. Wenn du das Buch noch nicht hast, kannst du dich darüber auch ein wenig in meinem Beitrag "Was ist Volatilität?" informieren.

 

Danach solltest du in der Lage sein, jemandem zu erklären, was Volatilität ist. Darüber hinaus solltest du den Unterschied zwischen der historischen und der impliziten Volatilität kennen.

 

 

5. Optionen-Depot und Mindesteinzahlung

Welche Optionen-Broker gibt es?

Da ich schon immer bei Captrader* war, kann ich nur etwas über diesen Broker berichten.

 

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Die Mindesteinzahlung bei Captrader beträgt 3.000 EUR. Auch für ein Musterdepot ist eine Einzahlung in dieser Höhe notwendig.

 

Das ist für den Optionshandel jedoch viel zu wenig. Folgt man Jens Rabe, so sollte man ca. 25.000 EUR auf der hohen Kante haben. Allerdings hat nicht jeder so viel Geld und für den Anfang reichen auch 10.000 EUR. Die unterste Grenze sollte wirklich bei 5.000 EUR liegen. 

 

Der Grund liegt einfach darin, dass man für jeden offenen Trade beim Broker einen Sicherheitsbetrag hinterlegen muss, der an der Börse „Margin“ genannt wird. Die Höhe der Margin hängt vom Basiswert ab, vom Preis, vom Abstand zum Strike usw. Mehr zum Thema „Margin“ findest du beispielsweise im Buch von Jens Rabe

 

 

6. Überlegungen vor dem Trade

Wenn du dich nun über Optionen belesen hast, wirst du wissen, dass zum Optionshandel ein konsequentes Geld- und Risikomanagement gehört. Dies ist notwendig, um die Verluste (die du auf jeden Fall haben wirst) so gering zu halten, dass sie die Gewinne nicht auffressen.

 

Lege dir daher schon vor deinem ersten Trade einen Betrag fest, den du bereit bist, zu riskieren. Beispielsweise riskiere ich im Rahmen meines Trading-Experiments pro Trade in der Regel 1% – 2% von der Kontogröße. Manchmal weiche ich davon ab, doch nur deshalb, weil ich schon etliche Trades durchgeführt habe und schon ein gewisses Gefühl habe, wie die Märkte sich verhalten. Für Anfänger gilt jedoch: Konsequent die eigenen Regeln befolgen!

 

Dazu kann ich auch folgendes Video von Jens Rabe empfehlen: 

 

Schlusswort

Das war nun der erste Teil der Anleitung für einen möglichen Einstieg in den Optionshandel. Im zweiten Teil werde ich ein paar Beispiele mit Echtgeldtrades aufzeigen und dir noch weiterführende Informationen rund um den Optionshandel geben. 

 

 

Über den Gastautor

Maxim (37) wohnt in Augsburg und ist von Beruf IT-Projektmanager. Im Jahr 2012 hat er beschlossen, seine Finanzen selbst in die Hand zu nehmen.

 

Anfangs noch auf Aktien fokussiert, wechselte er schon nach einer relativ kurzen Zeit im Jahr 2013 zum Optionshandel über. Nach einer dreijährigen Ausbildungszeit mit Höhen und Tiefen ist er heute in der Lage, wiederkehrende und stabile Einnahmen aus dem Optionshandel zu erzielen.

 

Im letzten Jahr hat er sich entschieden, seinen Blog Handelszeit.com ins Leben zu rufen, um seine Erfahrung mit allen Börsen-Interessierten zu teilen und ihnen den Einstieg in die Welt der Börse zu erleichtern.

 

Die Schwerpunkte seines Projektes liegen dabei auf dem Optionshandel,  Aktien und den Themen, welche den Handel mit Optionen tangieren.

 

Wenn er in seiner Freizeit nicht gerade an neuen Artikeln über die Börse und Trading schreibt oder verreist ist, so ist er relativ häufig in seinem Stamm-Fitnessstudio zu finden.

 

 

freaky finance empfiehlt:

Strategisch Investieren mit Aktienoptionen*

Stillhalten mit Optionen ist eine Strategie, die seit Jahrzehnten von konservativen institutionellen Investoren angewendet wird. Sie zeichnet sich durch eine sehr attraktive, stetige Rendite bei beschränktem und sicher handhabbarem Risiko aus. Nur wenige Privatanleger im deutschsprachigen Raum wissen, dass auch ihnen diese hochinteressante Anlageform offensteht. Von Banken aus gutem Grund nicht beworben, ist das größte Manko dieser Methode die fehlende Bekanntheit. In gründlicher und sehr klarer Form stellt dieses Buch zum ersten Mal in deutscher Sprache alle wesentlichen Aspekte des Stillhaltens mit Aktienoptionen dar.

Amazon Link


Vielen Dank an Maxim für das Teilen seiner Erfahrungen und der daraus empfohlenen Vorgehensweise für Einsteiger in den Optionshandel. Schau auf jeden Fall mal auf Maxims Seite Handelszeit.com vorbei. Dort gibt es jede Menge weiterer Informationen rund um den Optionshandel.

 

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Kommentare: 4
  • #1

    Axe (Donnerstag, 26 Oktober 2017)

    Hallo Maxim, hallo Vincent

    schöner Artikel! Bin aber mit dem zwingenden Wissen der Charttechnik/Markttechnik nicht einverstanden! Gerade beim Optionshandel ist es NICHT zwingend notwendig Charts zu arbeiten. Wer in das Thema eintaucht, wird feststellen, dass es neutrale Strategien gibt, die völlig unabhängig vom Chart gehandelt werden können! Sei es sie nur bei hoher Vola aufzusetzen oder einfach jeden Monat immer das Gleiche handeln!

    Beste Grüße
    Axe

  • #2

    Vincent (Donnerstag, 26 Oktober 2017 15:25)

    Moin Axe,

    danke für deinen Kommentar. ZWINGEND ist das bestimmt nicht und steht da auch nicht so. Aber es kann sicher helfen aber jeder muss am Ende seinen Weg finden.

    Nehmen wir mal mich als Beispiel. Immer noch herzlich wenig Plan vom Optionshandel. Den ganzen Chartkram halte ich normalerweise weitesgehend für "Quatsch". Und was mach ich, wenn ich für einen Optionstrade einen Strike festlegen möchte? Ich guck mir den Chart an und suche nach Unterstützungen, etc. :P

    Verrückt oder?!? Für viele ist die Charttechnik nunmal unverzichtbar. Dass es nicht auch ohne geht stelle ich nicht in Frage.

    Vielleicht lässt Maxim uns auch noch seine Meinung wissen.

    Beste Grüße
    Vincent

  • #3

    fyoumoney555 (Samstag, 28 Oktober 2017 22:05)

    Moin Vincent,

    danke für die Einblicke! Fand Optionsgeschäfte immer spannend, ohne es für mich persönlich je ernsthaft in Erwägung gezogen zu haben. Bisher war mein Berührungspunkt mit der Thematik nur das Rauf- und Runterrechnen von Optionspreisen in der Uni.

    Bin aber echt mal gespannt auf den zweiten Teil, wie das in der Praxis tatsächlich ausschaut. Mal sehen, vielleicht gehe ich tatsächlich auch mal ein Trade ein...

    Beste Grüße
    Pascal

  • #4

    Vincent (Samstag, 28 Oktober 2017 22:19)

    Moin Pascal,

    der Dank gebührt meinem Options-Guru Maxim!

    Wenn du das Thema grundsätzlich spannend findest wird der Tag kommen. War bei mir ja auch so.
    Ist ja auch ein bisschen aufregend. Bin gespannt wann wir von deinem ersten Options-Trade lesen werden :P

    Beste Grüße
    Vincent