Meine "passiven" Einkommensquellen

Passives Einkommen gibt es nicht!

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Umgang mit dem Begriff

Zwischendurch wollte ich gar keinen eigenen Beitrag mehr zu meiner BlogParade schreiben. Irgendwie bin ich dann doch in den Flow gekommen und das Ergebnis ist mal wieder (zu) lang geworden. Jedenfalls für einen Artikel. Deshalb habe ich es für dich in 2 appetitliche Häppchen unterteilt. Viel Spaß mit diesem ersten Teil. Der zweite ist inzwischen auch veröffentlicht.

 

Passives Einkommen gibt es nicht! In meinem Kopf war das die Überschrift für meinen Beitrag seit dem Augenblick in dem diese BlogParade geboren wurde. Axe ist mir mit seinem Beitrag nur zuvorgekommen …

 

Mike von den Beziehungsinvestoren entlarvte sogar die 4 größten Lügen im Zusammenhang mit passivem Einkommen und stellt klar: Geld ohne Arbeit gibt es nicht!

 

Insgesamt bin ich begeistert davon, wie der Begriff "passives Einkommen" von den bisherigen Teilnehmern interpretiert wird. Ich hätte weit überschwänglichere bis glorifizierende Beiträge erwartet. Der kritische Tenor gefällt mir ehrlich gesagt ganz gut.

 

 

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Einige meiner passiven Einkommensarten

Denn aus meiner eigenen Erfahrung kann ich sagen, dass ich zwar einen Haufen sogenannter passiver Einnahmen habe, aber dass da auch eine Menge Arbeit dran hängt!

 

 

Dividenden

Maximal die Dividendeneinnahmen fühlen sich dabei einigermaßen passiv an. Blöd aber, dass ich ganz schön viel aktive Arbeit leisten musste, um mir ein nennenswertes Depot* aufzubauen. Ich möchte niemandem mit einem 4 oder 5-stelligen Depotwert zu nahe treten. Das ist ja im Idealfall nur eine Momentaufnahme und jeder strebt nach mehr, aber von den Dividenden eines Depots in der Größte lässt sich nicht wirklich leben!

 

Außerdem sollte man sich auch einige Gedanken über die Zusammensetzung seines Depots machen, was wiederrum ziemlich aktiv ist.

 

 

P2P-Kredite

Ähnliches gilt auch für die P2P-Kredite, die ich vergebe. Das Geld, das ich verleihe muss ich ja erstmal besitzen. Warum Einnahmen aus P2P-Krediten auch sonst nicht wirklich passiv sind hat der Hobbyinvestor bereits in einem interessanten Artikel herausgearbeitet.

 

 

Immobilien

Immobilien bzw. die Mieteinnahmen aus eben diesen zählen landläufig auch zu den passiven Einkommen. Hier kann man ggf. sogar ohne oder mit wenig Eigenkapital zur Tat schreiten. Eine Immobilie zu erwerben ist inklusive Suche aber mal so überhaupt nicht passiv. Auf eine gekaufte Wohnung kommen bei mir hunderte oder gar tausende angesehene Verkaufsanzeigen und Dutzende Exposees und Besichtigungen.

 

Eine Finanzierung zu bekommen macht heutzutage auch keinen Spaß mehr! Bevor dir einer das Geld zusagt will der ALLES wissen. Gefühlt geht das über die Schuhgröße der Großmutter väterlicherseits bis hin zum Futterverbrauch der Haustiere der in den 80ern ausgewanderten Patentante. Alles relevant!!!

Ich weiß, dass diese Datenabfrage einen ernsten Hintergrund hat und am Ende auch mich schützen soll aber ich finde es einfach nur unbeschreiblich aufwendig und nervig. Meine letzte Finanzierung hat übrigens ein dreiviertel Jahr (!!!) gedauert. Ok, war speziell aber das ist kein Scherz.

 

Und komm mir jetzt nicht damit, die Arbeit würde ein Finanzierungsvermittler übernehmen. Wie denn??? Woher soll der die Schuhgröße von Oma Erna und die den Futterverbrauch des Kleinzoos von Tante Hedwig kennen??? Den ganzen Ranz muss ich zusammensuchen und einigermaßen aufbereitet zur Verfügung stellen. Der Herr Vermittler (oder die Frau Vermittlerin) reicht das doch nur weiter und kommt mit blöden Nachfragen von den Banken auf dich zurück, wenn du denkst du hast schon alles geliefert. Dann wird noch gefragt wann der Hundesitter deines Squashpartners das letzte Mal ne Reifenpanne hatte…

 

Wenn dann irgendwann alles geklappt hat (obwohl du dir mit der Uhrzeit bei der Reifenpanne echt nicht mehr sicher warst!) und du die Wohnung erworben hast, läuft das Ding doch aber von alleine, oder?!?

 

Kommt drauf an! Denn es gibt Wohnungen und Mieter bei denen man jahrelang Ruhe hat und keinen Finger krumm machen muss. Nur einmal im Jahr ne Nebenkostenabrechnung erstellen und gut ist es. Es kann aber auch ganz anders kommen. Ich habe beispielsweise mitunter sehr „spezielle“ Mieter. Das gehört halt zu der Strategie, dass ich in Hamburger „Problemlagen“ investiere, um überhaupt eine Rendite zu erzielen. In anderen Lagen rechtfertigen die erzielbaren Mieten die aufgerufenen Kaufpreise schon lange nicht mehr! Jedenfalls gehen damit teilweise auch Mieter einher, die man getrost als „Pflegefälle“ bezeichnen kann.

 

Bevor jetzt der Tipp kommt, ich könnte das ja eine Mietverwaltung machen lassen, möchte ich folgende Überlegungen zu bedenken geben: 

Mieter meldet kaputten Wasserhahn. Verwaltung schickt umgehend einen Fachbetrieb hin. Oft kann ich aber selber Dinge reparieren oder ich habe dann zumindest einen ehrlichen Einblick was wirklich kaputt ist. Ob es da immer ganz fair zugeht, wenn ein Fachbetrieb vor Ort ist?!? Und die Verwaltung hat vielleicht (nein, ziemlich sicher sogar!) noch einen Deal mit bestimmten Firmen. Ob das dann die mit dem besten Pries-/Leistungsverhältnis sind ist auch wieder eine gute Frage.

 

Die Verwaltung will jedenfalls nur ihre Ruhe haben und sieht zu, dass der Mieter entsprechend möglichst schnell ruhig gestellt wird. Koste es was es wolle, denn zahlen tue ja ich! Und zwar doppelt. Für diesen genialen Service von der Verwaltung und für die Reparatur durch den Handwerker. Und was macht die Verwaltung bei größeren Problemen? Klar, die rufen mich an und wollen ne Entscheidung! Natürlich will ich das auch so, damit die nicht machen was sie wollen. Aber dann kann ich mich doch auch gleich ganz alleine drum kümmern und mir die Verwaltergebühr sparen!

 

Wenn ich einen neuen Mieter brauche, kann ich mir den entweder selber suchen oder einen Makler bezahlen. Makler sind ja jetzt allgemein nicht soooo beliebt. Naja, ich mach es dann eh selbst. Am Ende muss ich ja sowieso entscheiden, wem ich den Zuschlag geben möchte. Dann kann ich mir auch die Mühe machen und die Leute gleich persönlich kennenlernen.

 

Alles irgendwie nicht passiv. Und ab einer gewissen Anzahl von Einheiten die du vermietest, kannst du davon ausgehen, dass irgendwo immer grad was zu klären ist!

 

  

Transportervermietung

Neben Wohnungen vermiete ich einen Transporter über die Plattform drivy*. Dafür muss ich die Anfragen koordinieren und beantworten. Die Übergaben mache ich persönlich. Das kostet auch alles Zeit. Übergabeprotokoll anfertigen, Fotos machen und dem Mieter alles erklären. Um dann bei der Rückgabe von einem Häufchen Elend erklärt zu bekommen, dass die Karre ganz schön groß und deswegen gar nicht so leicht zu fahren ist.

 

Größere von Mietern verursachte Karosserieschäden hatte ich bisher bestimmt schon 10 und „Kleinigkeiten“ interessieren mich inzwischen gar nicht mehr. Es ist alles durch eine separate Versicherung seitens der Vermietungsplattform versichert und die Schäden werden problemlos ersetzt.

 

Nur den ganzen administrativen Aufwand (Schadensmeldungen, etc.) und die Fahrten zur Werkstatt und dadurch bedingte Mietausfälle sind nicht passiv und nerven. Für die Übergaben hab ich nun eine Box beantragt mit der die Mieter das Übergabeprozedere per App selbst durchführen können und meine Anwesenheit nicht mehr benötigt wird.

 

Klingt zu schön, um wahr zu sein. Das wäre ein enormer Zeitgewinn! Mal sehen wo da der Haken ist. Ach ja, kostet 29€/Monat. Das sollte es aber locker wert sein. Ich bin gespannt!

 

 

Tages- und Festgeldzinsen

Selbst Tages- und Festgeld ist mit ner gewissen Recherchearbeit verbunden. Eine Zeit lang hab ich dann noch immer das aktuell tollste Angebot rausgesucht. Klassisches Tagesgeld*-Hopping. In der aktuellen Niedrigzinsphase macht es auch keinen Spaß mehr, andauernd neue Konten zu eröffnen. Von passivem Einkommen kann man hier ja auch nicht mehr sprechen. Inflationsbereinigt ist das Einkommen aus Tages- und Festgeld momentan negativ!

 

 

Crowdinvesting

In Crowdinvesting-Immobilien-Projekte  habe ich aktuell noch viel zu wenig investiert, um daraus ein signifikantes Einkommen zu erhalten. Allerdings stelle ich fest, dass es bisher tatsächlich recht passiv ist.

 

Klar, auch hier muss ich das Geld, das investiert werden soll erstmal verdient haben. Aber nach der Anmeldung  auf den Plattformen und der Investition brauche ich im Normalfall nur warten bis die eingesetzten Summen samt Zinsen am Laufzeitende auf meinem Konto gutgeschrieben werden. Ich bin an den Immobilien nicht direkt beteiligt aber ich habe es auch nicht mit Menschen (Mietern, Verwaltung, Handwerkern) zu tun, was beim Immobilien-Direktinvestment oft das größte Problem ist.

 

Zinsland* führt sogar die Kapitalertragsteuer für mich ab, so dass ich mich darum nicht selber kümmern muss. Daher finde ich diese Art des Investierens grade sehr interessant und ich stocke auf!

 

Neben Zinsland nutze ich EstateGuru* als weiteren Anbieter in dieser Anlageklasse. Wenn du mehr über die beiden Plattformen erfahren möchtest, empfehle ich dir mein Interview mit dem Zinsland Geschäftsführer und den Erfahrungsbericht eines Lesers über EstateGuru

 

 

Genossenschaftsanteile

Durch den Artikel "Genossenschaftsanteile als risikoarme Anlagemöglichkeit" von Leser Jan bin ich auf diese Möglichkeit aufmerksam geworden. Der aktive Part beschränkt sich dabei wieder darauf das zu investierenden Geld zu verdienen und natürlich geeignete Genosschaften zu finden (was mittlerweile recht schwierig, aber nicht unmöglich ist). 

 

Hier bin ich ähnlich wie beim Crowdinvesting noch viel zu wenig investiert aber der Grad der Passivität sagt mir zu und ich werde auch hier stark aufstocken!

 

 

Ausblick

Nun kennst du einige meiner passiven Einkommesquellen. Ich generiere damit zwar ein stattliches Einkommen aber mit dem Grad der Passivität bin ich nicht zufrieden! Aufgrund der Länge meiner Ausführungen, habe ich mich entschieden hier einen Break zu machen und den Artikel zu teilen.

 

Im zweiten Teil erfährst du warum ich mir das antue, warum du dein Einkommen von deiner Zeit entkoppeln solltest, was das Zauberwort Skalierbarkeit bedeutet und warum meiner Meinung nach fast jeder finanziell frei sein kann. Was ich am Beispiel einer Sekretärin erkläre!

 

 

Und du so?

Hast du dich schon für den kostenlosen Online-Kongress "Passives Einkommen - Aktives Leben" der Vermögens-Akademie angemeldet? Der Relaunch des Kongresses startet am 01.09. und hält rund 50 Video-Interviews mit spannenden Gästen für dich bereit! Inspiration garantiert!

 

Wie sieht es bei dir aus? Hast du schon Einkommensquellen erschlossen, die wirklich passiv sind oder findest du auch noch immer einen (aktiven) Haken?

 

Wie wichtig ist dir der Grad der Passivität eigentlich? Kommt es nicht vielleicht auch darauf an wieviel Spaß etwas bringt? Oder kann man eine gewisse Aktivität nicht locker hinnehmen, wenn die nötigen Tätigkeiten einem leicht fallen oder gar Freude bereiten?

 

 

Hinweis an die nachfolgenden Teilnehmer:

Dieser Artikel wird den Teilnahmebedingungen nicht gerecht und muss daher in den nächsten Beiträgen nicht verlinkt werden!

 

 

freaky finance empfiehlt:

 

Viele glauben zu wissen, wie es geht. Wenige tun es wirklich. Noch weniger sind damit erfolgreich. Nämlich damit, ein Unternehmen zu gründen. Günter Faltin, Gründer der Teekampagne, weiß aus Erfahrung, worauf es ankommt: ein Ideen-Kunstwerk zu schaffen aus vorhandenen, jedermann zugänglichen Komponenten. Den Kopf freizuhalten für die wichtigen Fragen. Den Horizont im Auge zu behalten, statt in den Alltagsanforderungen unterzugehen. An vielen Beispielen zeigt er, wie jeder ganz praktisch an eigenen Ideen arbeiten kann – je unkonventioneller man denkt, umso besser!

 

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Kommentare: 3
  • #1

    Der Finanzfisch (Freitag, 25 August 2017 07:46)

    Moin Vincent,
    super spannend, mal so kompakt über Deine (passiven) Einkommensquellen zu lesen.

    Ob Aktivität okay ist oder nicht, hängt davon ab, was man erreichen will. Wenn das Ziel ist, im Falle des eigenen Totalausfalls abgesichert zu sein, wäre es gut, zu diesem Zeitpunkt wirklich passive Quellen zu haben, die auch ohne eigenen Einsatz weiter sprudeln.

    Wenn man es macht um mehr Freiheit und Flexibilität zu haben kann man meiner Meinung nach auch aktiv etwas tun, solange es Spaß bringt. Dann wäre mir nur wichtig, dass es sich um verschiedene Quellen handelt und ein plötzlicher Totalausfall unwahrscheinlich wird.

    Beste Grüße
    Tobias

  • #2

    Vincent (Freitag, 25 August 2017 10:01)

    Moin Tobias,
    der Totalausfall ist ein guter Punkt! Spätestens dann werde ich gezwungen sein, Dinge auszulagern oder zu automatisieren. Das Gleich gilt, wenn ich mal länger reisen möchte. Möglich ist das ja - kostet in der Regel ein Stück vom Kuchen aber wenn der groß genug ist kann man ja was abgeben ;)

    Die Diversifizierung über verschiedene (passive) Einkommensquellen ist mir traditionell auch wichtig! Einige habe ich im Artikel ja genannt und ein paar andere habe ich noch zusätzlich. Mit der breiten Aufstellung fühle ich mehr sehr wohl, obwohl es natürlich wieder ein gewisser Mehraufwand ist sich mit allen Themen einigermaßen auszukennen und diese zu bekümmern.

    Danke für deinen Kommentar!

    Beste Grüße
    Vincent

  • #3

    Ina Reppel (Sonntag, 27 August 2017 21:09)

    Das ist toll dabei zu sein und macht Spass