Schulden - Teil 2 der Artikelserie zum Thema

Was sind Konsumschulden?

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Zitat zum Thema Schulden. Screenshot von der Seite www.aphorismen.de

Wie du Konsumschulden vermeidest

In meinem ersten Artikel zum Thema Schulden habe ich einiges über die Grundlagen geschrieben. Wie angekündigt, möchte ich in diesem Artikel

nun näher auf Konsumschulden eingehen.

 

Warum? Damit du häufigen Fehlern in diesem Zusammenhang aus dem Weg gehen kannst. Wie kannst du die Schuldenfalle vermeiden?

 

Es macht einen Riesenunterschied, ob du gleich in die richtige Richtung abbiegst und deinen Vermögensaufbau mit passenden Mitteln angehst oder ob du Konsumschulden anhäufst. Dann ist nämlich meistens erstmal

jahrelang Schuldentilgung angesagt.

 

Konsumschulden - das Wort ist selbsterklärend - sind Schulden, die du machst, um Konsumgüter jeglicher Art zu erwerben. Einige Beispiele beschreibe ich in diesem Artikel. 

 

Konsum auf Pump ist oft der Anfang unumkehrbarer finanzieller Leiden. Mindestens aber der Beginn einer gewissen Durststrecke was deine Finanzen angeht.

 

Und das hat diverse Nachteile! Ein ganz wesentlicher ist, dass der berühmte Zinseszins nicht für dich arbeitet, wie das bei smarten Investoren der Fall ist, sondern GEGEN dich.

   

Das ist nicht sehr sexy!

 

 

Schulden sind unsexy

Du legst doch Wert auf eine gewisse Attraktivität. Sowohl was dich selber angeht als auch bei anderen. Keiner hat Bock auf Partner, Freunde, Kollegen oder andere Leute im Umfeld die unsexy rüberkommen.

 

Ob du willst oder nicht – die allgemeine Wahrnehmung ist:

Geld macht sexy, Erfolg macht sexy, Wissen (ist Macht und) macht sexy, …

 

Und Schulden? Die Antwort überlasse ich dir. Ich werde mich hüten, zu behaupten, dass Menschen die Schulden haben pauschal unsexy oder

sonst irgendwie Menschen zweiter Klasse wären.

 

Zumal man auch durch Schicksalsschläge und ähnliches in eine Schuldensituation geraten kann. Aber eine gewisse „andere“ gesellschaftliche

Wahrnehmung dieser Personen ist wohl kaum abzustreiten. Und wenn es nur

unterschwellig und eigentlich ungewollt ist.

 

Fakt ist, dass Schulden krank machen können! Irgendwie logisch. Man lebt ständig mit dem (Schulden/Schuld-)Gefühl. In schwerwiegenden Fällen kann eine psychische Erkrankung die Folge sein.

 

Ich male ungern den Teufel an die Wand aber es ist kein Geheimnis, dass es nicht selten auch zu Selbstmorden bei verschuldeten Personen kommt, die keinen Ausweg mehr sehen.

 

Natürlich muss es nicht immer zum Äußersten kommen aber von einer gewissen mentalen Belastung, welche den meisten Schuldnern, über kurz

oder lang auch anzumerken ist, kann man mit Sicherheit ausgehen.

 

Und das führt einfach automatisch dazu, dass dieser Personenkreis anders, oder wie ich es überspitzt formuliert habe, als „unsexy“, empfunden wird.

   

Ich denke wir sind uns einig, dass das kein erstrebenswertes Ziel ist.

Also: Vermeide Konsumschulden!

 

  

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wieder steigende Anzahl an überschuldeten Privatpersonen

Klingt einfach. Und doch reiten sich nicht wenige blindlings und mit Vollgas und Hurrageschrei in den Schuldensumpf. Besonders oft geraten junge Leute mit Konsumschulden in Schwierigkeiten.

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Typische Schuldenfallen

Vertrags- und Abofallen. Der Handyvertrag oder eine (Club)Mitgliedschaft locken mit günstigen Konditionen, die nur am Anfang gelten. Trägheit oder Vergessen führen dazu, dass du eventuell jahrelang an dem inzwischen deutlich teurer geworden Vertrag hängenbleibst.

 

Allgemein steckt der Teufel ja oft im Detail oder im Kleingedruckten. Lies immer alle Bedingungen genau. Ist doch klar, geschenkt bekommt man in der Regel nichts. Auch nicht, wenn etwas auf den ersten Blick noch so verlockend aussieht. Eine genaue Prüfung ist dann besonders wichtig!

 

Auch ein eigenes Auto kann ein riesiges Geldgrab werden. Vielleicht brauchst du eigentlich gar kein Auto. Du hast nur eins, weil es schick ist und ein tolles Statussymbol darstellt. Vielleicht bist du aber auf ein Fahrzeug angewiesen, doch es ist drei bis vier Nummern zu groß dimensioniert - und damit meine ich zu teuer. Du kommst auch mit einem gut gewarteten, günstigen Kleinwagen zur Arbeit. Sieht dann aber natürlich bei der Ortskontrollfahrt uncool aus.

 

Internetbestellungen, Kreditkarten- und Ratenzahlungen im Kaufrausch können auch die (Finanz)Sinne vernebeln und dich direkt in die Schuldenfalle katapultieren.

  

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Endstation Obdachlosigkeit

Die meisten von uns sind massiv durch Werbung beeinflusst und laufen  Gefahr, durch scheinbar günstige Angebote in den Schuldenstrudel zu geraten.

 

Zudem ist der Dispo leider ein sehr beliebter Weg Dinge zu kaufen, die den eigenen finanziellen Rahmen sprengen. Denn auch, wenn man das Geld von seinem Konto abheben kann, gehört es jemand anderem. Nämlich der Bank.

 

Und die lässt sich das Herausgeben aller Beträge südlich von NULL auf dem Girokonto teuer bezahlen. Das Thema Dispositionskredit und was eine sinnvolle Alternative sein kann, behandle ich im nächsten Teil dieser Artikelserie.

 

 

Ein Schuldeneintreiber über seine Erfahrungen

In diesem aktuellen Zeitungsbericht geht es um einen Inkasso-Unternehmer, der über seine Erfahrungen als Schuldeneintreiber ein Buch geschrieben hat.

 

Damit möchte er vor den möglichen Folgen und Gefahren der Verschuldung warnen. Der Artikel bestätigt das oben geschriebene.

 

Du kannst dir das Buch bestellen und lesen (keine direkte Empfehlung; ich habe es nicht gelesen!) oder deinen gesunden Menschenverstand einschalten.

 

Finanzielle Bildung auf Internetseiten wie dieser und vielen anderen (Empfehlungen in der Sidebar) hilft schon eine ganze Menge. Wenn du zusätzlich gute und motivierende Bücher zum Thema Finanzen lesen möchtest, schau dich gerne einmal bei meinen überarbeiteten Buchempfehlungen um.

 

  

Schuldenfallen verhindern

Wie vermeidest du solche Schuldenfallen nun?

Du wirst es nicht glauben. Die Lösung ist sehr einfach und naheliegend:  Schalte deinen Kopf ein, informiere dich ausführlich, handle nicht unüberlegt drauflos und kaufe nichts was du dir nicht leisten kannst!

 

Das heißt: Wenn das benötigte Geld für deine geplante Anschaffung sich nicht bereits in deinem Besitz (auf deinem Konto oder unter deinem Kopfkissen) befindet, ist der Kauf tabu.

 

Die Ansage gilt mindestens bis zum dem Tag an dem du das Geld tatsächlich verfügbar, aber nicht geliehen hast. Das ist alles! Fertig. Aus.

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Vom kleinen Statussymbol bis an den Abgrund

In den folgenden Beispielen greife ich noch mal die oben genannten Klassiker Handy, Auto, Waschmaschine, etc. auf:

 

Du hast so richtig Bock auf das neue ichPhone. Du hast zwar ein älteres Modell und es funktioniert noch. Aber es gibt ein paar neue Features, mehr Speicherplatz hat das neue auch und die legendäre Marketingstrategie von Apfel hat dir den Rest gegeben.

 

In deinem Kopf ist das gerade neu auf den Markt gekommene ichPhone ein Must-have und du kannst es kaum erwarten, es bald in den Händen zu halten. So genial wie die Dinger sind, so teuer sind sie leider auch!

 

Kassensturz. Ernüchterung. Dir fehlen aktuell locker 300€, um das Objekt deiner Begierde beim Kauf direkt bezahlen zu können. Spätestens an dieser Stelle ist für dich als aufgeklärter „freaky finance“- Leser Feierabend mit der Träumerei und der Boden der Tatsachen wieder erreicht.

 

Für dich ist klar, dass der sofortige Erwerb keinen Sinn macht und nicht in Frage kommt. Du sparst dir die fehlenden Kröten über die nächsten Monate zusammen und schlägst frühestens dann zu, wenn du den Betrag wirklich verfügbar hast.

  

Vielleicht ist der Hype bis dahin auch schon abgeklungen, du bekommst das Teil günstiger oder du verzichtest ganz drauf und steckst das gesparte Geld lieber in deinen Vermögensaufbau ;)

 

Jetzt gibt es aber auch noch viele, die sich noch nicht ausreichend finanzielle Bildung aneignen konnten (vielleicht, weil sie bisher nicht auf „freaky finance“ aufmerksam geworden sind). Um den Kreis der „Unwissenden“ kleiner zu machen, teile diesen Artikel gerne mit deinen Freunden und deinem Netzwerk.

 

 

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Zurück zu denen, die es also nicht besser wissen und sich die fehlenden 300€ leihen, um das ichPhone sofort zu kaufen. Sie haben dann Schulden!

 

Egal, ob sie sich die fehlende Kohle im Bekanntenkreis, bei der Bank oder über ein Finanzierungsmodell beim Telefonanbieter besorgt haben. Alle wollen das geliehene Geld früher oder später zurück. Im Normalfall werden sogar Kreditzinsen fällig. Dann muss man mehr Geld zurückgeben als man sich ausgeliehen hat.

 

Man hat dann aber wenigstens ein paar Wochen Freude an dem neuen ichPhone gehabt. Diese Freude, der sogenannte Happiness-Effekt, ist spätestens nach 3 Monaten verpufft. Heißt: Man ist dann wieder genauso glücklich oder unglücklich wie vor dem Kauf. 3 Monate. Maximal!

 

Das  geliehene Geld zahlt man in der Regel wesentlich länger zurück. Beim Telefonanbieter z. B. in der Regel über die Mindestvertragslaufzeit von 24 Monaten.

 

Und weil es so schön war – jedenfalls 3 Monate lang – muss dann im Anschluss, die Handyschulden sind noch nicht komplett beglichen, der

nächste Kick her. Wie wäre es mit nem Neuwagen?

 

Das nötige Geld reicht zwar nicht mal, um ein ichPhone bar zu bezahlen aber das schicke Cabriolet wird mit Finanzierung angeboten. Also kein Problem.

 

Kaufvertrag nebst Kredit unterschrieben, eine Runde gedreht (in dem Moment

generiert man bereits eine zweistellige Prozentzahl an Wertverlust), nach 3

Monaten ist die anfängliche Freude vorbei und nach 3 Jahren sind die meisten

Autos maximal noch die Hälfte des ehemaligen Neupreises wert.

 

Der Kreditvertrag ist dann im Normallfall noch lange nicht abbezahlt. So oder so ähnlich kann das Abrutschen in die Schuldenfalle aussehen.

 

Nach Murphys Law kommt ein Unglück selten allein. Die Waschmaschine gibt den Geist auf, die Freundin macht spätestens im Spätherbst Schluss (und tauscht ihren Platz in deinem Cabrio gegen einen im besserer zur Jahreszeit passenden SUV bei nem anderen Typen) und der Arbeitgeber spricht dir

die betriebsbedingte Kündigung aus.

 

Dieses Szenario zeigt, dass es blöd laufen kann und man eben noch ne Flasche Schampus auf seine neuesten Errungenschaften geköpft hat und nun schon mindestens „unsexy“ (arbeitslos und verschuldet mit der entsprechenden Gemütslage), wenn nicht sogar bereits psychisch auffällig oder im aller schlimmsten Fall, selbstmordgefährdet dasteht.

 

Ein Teufelskreis. Willkommen am Abgrund!

 

Wie bereits erwähnt, erfährst du im nächsten Teil der Schuldenserie wofür der  Dispositionskredit wirklich da ist und was eine sinnvolle Alternative sein kann.

 

Sparst du schon oder konsumierst du noch?

Schreib mir in die Kommentare, wie deine Wohlfühlbalance zwischen Konsum und Sparen aussieht!

 

 

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Kommentare: 3
  • #1

    Manuela (Mittwoch, 11 Januar 2017 10:01)

    Hallo Vincent,
    super und ausführlicher Beitrag. Über Konsumschulden kann man gar nicht oft genug schreiben. Für mich sind Konsumschulden komplett unvorstellbar, da ich mich nicht über Status und Materielles definiere. Viele vergessen, dass es oft hinter der Fassade von Menschen, die scheinbar alles haben, ganz anders aussieht und die ihr Leben auch nur auf Schulden aufgebaut haben. Und bevor ich mir selber was vormache und so einem Leben nacheifere, lebe ich bescheiden, ohne Schulden und ohne mir finanzielle Sorgen zu machen.

    Liebe Grüße
    Manuela

  • #2

    Vincent (Donnerstag, 12 Januar 2017 01:08)

    Hallo Manuela,
    danke für deinen Kommentar.
    Tolle Einstellung zu dem Thema. Ich wünschte mehr Leute würden so denken!

    Beste Grüße
    Vincent

  • #3

    reikosan2@web.de (Samstag, 12 August 2017 10:36)

    Also wir haben auch dicke Autos, aber keine Geldsorgen. Ich verstehe aber nicht, wieso man sich dauernd etwas neues kaufen muss. Unsere Autos haben wir für mehrere Jahre (und ich zumindest freu mich noch immer wie am ersten Tag über meine Karre!!).
    Mein Tipp ist eigentlich ziemlich einfach: Wenn man über MOnate etwas wirklich haben will (neue Kamera, Auto, PC, Urlaub) und regelmäßig die Preise anschaut, immerzu daran denkt, dann meint man es ernst und man kann dafür durchaus auch Schulden machen. Aber spontan etwas kaufen, das man sich eigentlich nicht leisten kann, kann nur schief gehen!